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Projekte mit Strahlkraft fördern den Tourismus

Aufwärtstrend Projekte mit Strahlkraft fördern den Tourismus

Der Tourismus im Eichsfeld, der bereits seit gut fünf Jahren im Aufwind ist, gewinnt durch Großereignisse und Leuchtturm-Projekte weiter an Fahrt. Diese optimistische Einschätzung teilen Duderstadts Tourismus-Experte Christian Zöpfgen und Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) mit dem Geschäftsführer des Heimat- und Verkehrsverbandes Eichsfeld (HVE), Hans-Georg Kracht.

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Verbesserte Rahmenbedingungen: Tagestouristen und Übernachtungsgäste kommen in wachsender Zahl nach Duderstadt.

Quelle: Thiele

Duderstadt. „Wir verlassen das Eichsfeld mit seinen stillen, schönen Landstraßen, seinen Bildstöcken und Kreuzen, seinem weiten Himmel und den kleinen Dörfern, die sich in den Tälern ducken. Diese Gegend drängt nicht in den Mittelpunkt – und bildet ihn doch“, schreibt Christoph Moeskes in der Frankfurter Allgemeinen nach einem Besuch Krebecks und der vier Thüringer Orte, die für sich in Anspruch nehmen, geographischer Mittelpunkt Deutschlands zu sein. „Sind Mittelpunkte so? Still, wie das Auge des Hurrikans?“, fragt sich Moeskes in der Sonntagsausgabe. Das fragt sich auch so mancher Einheimischer – beispielsweise sonntags in der verwaisten Duderstädter Fußgängerzone.

Bleibendes geschaffen

Und doch ist das nur ein Teil des Bildes. Der andere, den nicht nur die Tourismusbranche gerne bemüht, zeigt Masse und Klasse. So wurde das Bild Duderstadts in jüngerer Vergangenheit von Baukränen, Boxen und Bühnen geprägt, über Großveranstaltungen hinaus Bleibendes geschaffen – im öffentlichen Raum ebenso wie durch den Umbau des Hotels Zum Löwen und Fassadensanierungen im Privatbereich. Wie sich Duderstadt vom Mauerblümchen im Schatten der Grenze zu einer Vorzeige-Kleinstadt gemausert hat, verdeutlicht ein Vergleich mit Fotos aus den 80er-Jahren. Von verbesserten Rahmenbedingungen und neuen Leuchttürmen für den Tourismus sprach Nolte im Finanz- und Tourismusausschuss.

Den Umbau von Westerturmensemble und Rathaus zu Erlebnisstationen nannte er ebenso wie die Modernisierung von Heimat- und Grenzlandmuseum sowie erhöhte Medienaufmerksamkeit durch Großereignisse vom Tag der Niedersachsen über das Eichsfeld-Festival bis zum Symposium der Peter-Maffay-Stiftung: „Daran gilt es anzuknüpfen, als Partner für die regionale Wirtschaft.“ Nolte merkte an, dass bei öffentlichen Projekten wie der Rathaus-Umgestaltung zwei Drittel der Kraft in Formalitäten fließen würden. Und er räumte ein, dass die Erlebnisstation Rathaus wie die Museen nur mit bürgerschaftlichem Engagement betrieben werden könnten. Ehrenamtliche Interessenten können sich bei der Stadt melden.

Es geht aufwärts

Zu überprüfen und zu aktualisieren sei noch die touristische Ausschilderung: „Wir sind dabei, auch für das Heimatmuseum.“ Die Museen seien Magneten für den Tagestourismus, auch Großereignisse würden sich langfristig auswirken, Duderstadt sei jetzt hervorragend aufgestellt, die touristische Infrastruktur in Top-Zustand, bestätigt Zöpfgen, verweist auf ein neues Gastgeberverzeichnis und intensive Werbung für das Westerturmensemble. „Die Bezeichnung Schützenmuseum hat keine Magnetwirkung und trifft ja auch nicht ganz ins Schwarze“, sagt Zöpfgen: „Schließlich geht es auch um das Leben im Mittelalter, Stadtbefestigung und -verteidigung.“

Seit der Eröffnung im Juli 2011 wurden bis Juli 2012 bereits mehr als 6000 Besucher registriert. Darüber freut sich Zöpfgen ebenso wie über das wachsende Interesse an Stadtführungen. Waren es 2010 noch 5762 Teilnehmer, stieg die Zahl 2011 auf 6651 Teilnehmer an. Und in den ersten sieben Monaten dieses Jahres nahmen bereits 3685 Besucher an einer Führung durch die Fachwerkstadt Duderstadt teil – Tendenz steigend. Aufwärts geht es auch mit den Gäste- und Übernachtungszahlen in Duderstadt. So wurden 2012 bis Ende Juli 51 829 Übernachtungen registriert, im gesamten vergangenen Jahr waren es 82 703. Zuversichtlich ist Zöpfgen trotz des demografischen Wandels. Der werde sich zwar auch auf den Fremdenverkehr auswirken.

Touristisch könne Duderstadt davon aber sogar profitieren, da die Stadt gerade bei einem erfahrenen, älteren Publikum auf großes Interesse stoße, meint Zöpfgen. Die Zahl der Übernachtungen im gesamten Eichsfeld habe 2011 die Grenze von 450 000 überschritten und sei in diesem Jahr bislang weiter angewachsen, teilt Kracht mit. Dass in der Beherbergungsstatistik mehr als 80 Prozent der Gäste auf das Obereichsfeld entfallen, relativiert der HVE-Geschäftsführer. Der Thüringer Teil des Eichsfelds sei nun einmal doppelt so groß, habe doppelt so viele Einwohner und ein breites gastronomisches Angebot. Nach dem Papstbesuch werde Etzelsbach täglich von Bussen angefahren, das bringe Tagesgäste für das gesamte Eichsfeld. „Die Baustellen tragen Früchte, Duderstadt ist für die Zukunft gut aufgestellt“, meint auch Kracht: „Mal sehen, was noch kommt.“

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