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Prozess um Schützenfest-Schlägerei in Seulingen wird fortgesetzt

Gefährliche Körperverletzung Prozess um Schützenfest-Schlägerei in Seulingen wird fortgesetzt

Der Prozess gegen vier Männer, denen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wird, ist am Amtsgericht fortgesetzt worden. Grund der Anklage ist eine Schlägerei beim Seulinger Schützenfest 2013, bei der ein heute 29 Jahre alter Mann aus Brehme verletzt wurde.

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Duderstadt. „Ich kann versichern, dass niemand von denen ein Glas geworfen hat.“ Der erste Satz der ersten Zeugenaussage erweckte den Anschein, es könne Licht ins Dunkel gebracht werden.

Doch weit gefehlt. Einzig, dass es an dem Montagabend im Juni eine „Rangelei“ gegeben habe, war dem 22-Jährigen im Gedächtnis. Die Erinnerungslücken des Zeugen wollten weder Staatsanwalt noch Richter hinnehmen. Anhand der Daten auf dem Handy des Zeugen soll geklärt werden, ob der Grund der Vergesslichkeit eine Absprache mit den Angeklagten sein könne.

Das Auslesen des Handys und die Notwendigkeit, weitere Zeugen zu hören, haben am Donnerstag dazu geführt, dass Richter Michael Pietzek das Verfahren fortsetzen will. Zwei Termine sind für Juli anberaumt, einer für August. Dazu beigetragen hatte auch, dass nach der Reihe widersprüchlicher Aussagen an den ersten beiden Verhandlungstagen wieder verschiedene Varianten dessen auf den Tisch kamen, was dazu führte, dass ein 29 Jahre alter Mann aus Brehme nach dem Schützenfestabend wegen einer Kopfwunde und Blessuren am Rücken behandelt werden musste.

Tritte und Schläge muss es wohl gegeben haben, wer diese allerdings ausgeführt hatte, versuchte das Gericht anhand einer undurchsichtigen Beweislage zu ermitteln.

Eine Variante lieferte ein 36-jähriger Seulinger – unterstützt von seiner Ehefrau –, der aussagte, drei Streithähne, die sich im Außenbereich schlugen, getrennt zu haben. Dabei habe er selbst einen Tritt versetzt bekommen. Dem gegenüber stehen die Aussagen von Zeugen, die ebenfalls eingegriffen haben, den 36-Jährigen aber nicht gesehen haben wollen.

Zudem steht nach wie vor im Raum, welche Rolle ein oder mehrere Bierkrüge spielten. In der Darstellung der Mutter des Opfers hat einer der Angeklagten – sie identifizierte ihn während der Verhandlung – mehrere Gläser als Wurfgeschosse eingesetzt.

In den Scherben habe, nach einem Streit mit der Freundin, während der Schlägerei ihr Sohn gelegen und sei geschlagen und getreten worden. „Hilft denn keiner, die bringen meinen Sohn um“, habe sie gerufen. Später seien ihr Sohn und vier Angreifer voneinander getrennt worden. Unter den Schlägern sei wieder der Gläserwerfer gewesen.

Ganz anders die Schilderung eines Zeugen, der ein vom späteren Opfer ausgelöstes „kleines Handgemenge“ gesehen haben will. Das Opfer sei zunächst auf einen, dann auf einen zweiten Angeklagten losgegangen und habe selbst attackiert.

Beim Versuch, die beiden zu trennen, habe ein dritter Angeklagter das Opfer zu Fall gebracht. Bei der Polizei habe er den Dritten nicht benannt, weil dieser mit 16 Jahren nach Mitternacht nichts mehr auf dem Schützenfest zu suchen gehabt habe. Auch damit wollte sich Pietzek nicht zufrieden geben. Schließlich hatte eine Zeugin ausgesagt, bei dem Jugendlichen handele es sich um den Gläserwerfer.

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©Richter