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Psychoterror im Klassenzimmer

Theaterstück über Mobbing Psychoterror im Klassenzimmer

Mobbing ist in vielen Schulen allgegenwärtig. Der Kultur-Express Weimar hat mit einem Theaterstück in der Berufsbildenden Schule (BBS) auf dieses Thema aufmerksam gemacht. Die Schauspielerinnen Kristin Hörmann und Daria Gabriel zeigten auf der Bühne, welche Ausmaße Mobbing annehmen kann.

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Schiefe Blicke? Noch eine der harmloseren Attacken im Klassenzimmer.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Der Konkurrenzkampf zwischen Franziska Kaufmann und Laura Hertz tobt. Beide stammen aus unterschiedlichsten Verhältnissen. Franziska, gespielt von Hörmann, fällt durch modische Kleidung in knalligen Farben auf. Sie ist als Klassensprecherin bei allen Schülern beliebt. Ihre Eltern interessieren sich jedoch wenig für sie. Laura, verkörpert von Gabriel, hingegen ist das Musterbeispiel für eine strebsame Schülerin. Ihre Eltern sind Physiker und erwarten in der Schule Höchstleistungen von ihrer Tochter. Hausaufgaben und Lernfortschritte werden ständig kontrolliert. Im letzten Jahr war Laura sogar Jahrgangsbeste. Einen Titel, den Franziska für sich beansprucht. Im Verlauf des Stückes setzt Franziska alles daran Laura das Leben möglichst schwer zu machen. In eingeschobenen Monologen erfahren die Schauspieler immer mehr über das Leben der Protagonisten. Auch, dass im Grund beide unzufrieden mit ihrem Leben sind.

 
Es beginnt mit vermeintlich kleinen Schikanen wie einem versteckten Lineal, weitet sich aber bald zu handfestem Psychoterror aus. Als Franziska dann auch noch eine Projektarbeit sabotiert bricht Laura endgültig zusammen. Während sie krank ist machen in der Schule Gerüchte die Runde und nehmen immer wahnwitzigere Formen an. Von Selbstmordversuchen ist gar die Rede. Als Laura herausfindet, dass Franziska auch hinter anonymen Anrufen und SMS steckt, stellt sie ihre Peinigerin zur Rede. Schließlich droht sie, zur Polizei zu gehen. Zum Ende schlägt die Gefühlslage beider in blanken Hass, auch auf sich selbst, um und es endet mit den Worten: „Sie muss weg“. Danach verlassen beide die Bühne und hinterlassen ein überraschtes Publikum.

 
Das drastische Ende steht nicht zuletzt für die vielen Selbstmorde, die immer wieder durch Mobbing ausgelöst werden. Mobbing geht dabei immer vom Täter aus, so die Schauspielerinnen. Motiv kann, wie das Stück zeigt, auch die Unzufriedenheit der Täter mit der eigenen Situation sein. „Sie können sich nicht in ihre Opfer hineinversetzen“, erklärt Hörmann. Oft sei ihnen deshalb gar nicht klar, welche Langzeitfolgen ihr Handeln habe. Diese seien oft schwer zu beheben. „Es ist gut, dass sie das Thema in einer Alltagssituation darstellen, die uns auch betreffen könnte“, sagen die Schülerinnen Fabienne Nordmann und Katharina Macke zu der Vorstellung. Der Kultur-Express ist bereits zum dritten Mal in der BBS zu Gast. „Wir wollen die Schüler auch an das Kulturgut Theater heranführen“, so Initiatorin Katja Fürstenberg.

 

Von Finn Lieske

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