Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Nach neuer Norm zertifiziert

Qualitätsmanagement Nach neuer Norm zertifiziert

„Wir wollten uns extern prüfen lassen“, erklärt Geschäftsführer Markus Kohlstedde, warum sich das Duderstädter Krankenhaus St. Martini nach der neuesten Norm DIN EN ISO 9001:2015 zertifizieren ließ. Denn erst eine externe Beurteilung könne aufzeigen, „ob unsere Arbeit normkonform ist“.

Voriger Artikel
Proben laufen für „Zauberflöte – inkognito“
Nächster Artikel
Sommerfest der Freien Wähler

Freuen sich über das Zertifikat (v.l.): Ärztlicher Direktor Dr. Udo Iseke, Pflegedienstleiterin Kathrin Markert, Schulleiterin Ulrike Otto und Stabsstellenleiterin Qualitäts- und Risikomanagement Hannah Lena Arnecke und Geschäftsführer Markus Kohlstedde.

Quelle: Franke

Duderstadt. „Zertifizierung hört sich zunächst einmal nach Standard oder Routine an“, so Kohlstedde. „Das ist es aber nicht.“ Zum einen sei die Zertifizierung eines Krankenhauses keine Pflicht, zum anderen sei ein solcher Prozess mit einem hohen Maß an Zeit und Arbeitskraft verbunden. So hätten mehr als 150 Mitarbeiter innerhalb des vergangenen Jahres insgesamt etwa 3500 Arbeitsstunden für die Zertifizierung aufgewendet. „Für den Prozess haben wir alle Standards hinterfragt“, so Kohlstedde. Ein Zertifizierungsaudit der LGA InterCert bestätigt nun die Wirksamkeit des Qualitätsmanagements.

„Die Zertifizierung gilt bis 2020“, erzählt Hannah Lena Arnecke vom Qualitäts- und Risikomanagement des Vinzenz-Verbundes Hildesheim. Doch mit dem Aushändigen des Zertifikats sei der Prozess nicht abgeschlossen. „Es wird jedes Jahr ein Überwachungsaudit geben“, sagt sie. Darin werde unter anderem geprüft, ob Empfehlungen umgesetzt werden. „Wir können uns also nicht auf die faule Haut legen.“

Anforderungen erhöht

Das Krankenhaus sei seit 2007 zertifiziert, so Kohlstedde. Mit der neuen Norm aus dem Jahr 2015 seien aber die Anforderungen erhöht worden. Zum einen würden alle Prozesse analysiert, so Arnecke. Allerdings bilde nun das risikobasierte Denken einen großen Punkt. Innerhalb vieler komplexer Prozesse finde eine Risikobewertung statt. Es gehe aber nicht mehr nur darum, wie die Qualität ist, die wir anbieten, ergänzt Kohlstedde, sondern was wird außen erwartet - also von von Patienten, Angehörigen, niedergelassenen Ärzten und auch Lieferanten.

„Unterschiedliche Perspektiven haben im Zertifizierungsprozess Raum und Platz gefunden“, sagt Pflegedienstleiterin Kathrin Markert. So seien auch die Ordensschwestern in den Prozess eingebunden worden. Von allen sei der Blick über den Tellerrand gefordert gewesen. Jeder Blickwinkel sei unter die Lupe genommen worden. Das sei soweit gegangen, dass geschaut wurde, wo Handdesinfektionsmittelspender oder sogar die Feuerlöscher hängen und ob sie dort optimal platziert seien.

Niederschrift umsetzen

Früher habe es gereicht, dass das Qualitätsmanagement in einem Ordner jederzeit einsehbar gewesen sei, sagt Kohlstedde. „Jetzt wird auch überprüft, ob das, was niedergeschrieben ist, auch umgesetzt werde. „Das ist ein fortlaufender Prozess“, so Arnecke, „um sich ständig zu verbessern.“ So hätten die Zertifizierer auch Tipps und Anregungen gegeben, die sich zum Beispiel in anderen Häusern bereits bewährt hätten. „Sie haben die Erfahrung und Übersicht auf viele Einrichtungen“, ergänzt Kohlstedde.

Auch die Themen Patientensicherheit und Beschwerdemanagement würden einen großen Raum im Bereich der neuen Norm einnehmen. „Das ist ein Punkt, den ich sehr gut finde“, sagt Kohlstedde. „Wir können die Leute nur ermutigen, uns eine Rückmeldung zu geben, sonst können wir uns nicht verbessern.“ Auf der anderen Seite sei das Krankenhaus bereits dazu übergegangen, Angehörige und Patienten direkt darauf anzusprechen. „Wenn man nicht fragt, kann man seine Leistung nicht darauf ausrichten“, so Kohlstedde. In diesen Prozess würden sich auch die Vinzentinerinnen einbringen und zum Beispiel das direkte Gespräch mit den Patienten suchen.

Verknüpfte Ausbildung

Kohlstedde weist darauf hin, dass nicht nur das Krankenhaus selbst, sondern auch die Krankenpflegeschule zertifiziert worden sei. „Auch dort wurden die Prozesse und Lerninhalte angeschaut.“ Wie Markert ergänzt, sei die Krankenpflegeausbildung eine verknüpfte Ausbildung, die ihren praktischen Teil im Krankenhaus erfahre.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter