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Rad vor dem Sperrmüll gerettet

Obernfelder Meisterstück Rad vor dem Sperrmüll gerettet

Normalerweise sitzt Luisa Artmann auf ihrem Fahrrad, versucht gemeinsam mit Partnerin Victoria Morick in der 1. Radpolo-Bundesliga eine gute Figur zu machen.

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Meisterstück von Luisa Artmann

Quelle: Richter

Obernfeld. Doch auch ein Fahrrad kommt einmal in die Jahre, ist aber eigentlich noch viel zu schade, um auf dem Sperrmüll zu landen. Die Obernfelderin ließ ihrer Fantasie freien Lauf und baute in diesem Jahr aus dem Gefährt ihr Meisterstück zur staatlich geprüften Holztechnikerin.

Die heute 22-Jährige wusste schon im zarten Alter von zwei Jahren, wohin es beruflich gehen sollte. „Es gibt ein Video, da bin ich zwei Jahre alt und sage, dass ich Tischlermeister werden will wie mein Papa“, erzählt die Eichsfelderin. Sie setzte ihren, damals noch von keinem ernst genommenen, Wunsch in die Tat um, absolvierte eine Lehre am Max-Planck-Institut in Göttingen, machte anschließend ein Gesellenjahr und ging dann auf die Meisterschule in Hildesheim.

Als es darum ging, ein Meisterstück zu entwerfen, kam ihr die Idee mit dem Fahrrad. „Es ist eher ein Highboard, das als Bild wirkt“, erläutert die Radpolo-Spielerin und ist schon ein wenig stolz auf ihr Werk, das auch bei der Prüfungskommission sehr gut ankam. „Fahrrad, Sattel und Lenkrad sind alles Originalteile. Und für mich hat der Rahmen eben auch eine Geschichte“, so Artmann, die irgendwann einmal woanders arbeiten möchte.

Aber noch nicht im Moment, denn die Geschichte, die ihr Meisterstück erzählt, ist ein wichtiger Inhalt im Leben der Obernfelderin. Sie bleibt noch für ein weiteres Jahr in Hildesheim, um ihren Abschluss als Gestalter Holz, so lautet der offizielle Titel, zu absolvieren. Denn vor allem ermöglicht ihr die Entfernung von Hildesheim nach Obernfeld, weiter Radpolo zu spielen.

„Ich möchte auf jeden Fall weiterspielen, wenn es gerade auch ein wenig schwierig mit dem Training ist“, meint Artmann, denn nicht nur sie ist zeitlich stark eingebunden, sondern auch Partnerin und Freundin Victoria Morick, die ein Studium absolviert. „Im letzten Jahr war die Saison eine ganz schöne Zitterpartie, aber wir wollen auf jeden Fall versuchen, weiter in der 1. Bundesliga zu spielen und die Klasse zu halten“, so die gebürtige Obernfelderin, die früher auch einmal Volleyball gespielt hat. „Aber ich habe damals wegen Polo aufgehört, denn die Sportarten haben nicht so gut zusammengepasst.“

In der knapp bemessenen Freizeit zeichnet sie und schaut auch gern bei ihrem Vater Friedel in der Tischler-Werkstatt vorbei. Und natürlich ist sie bei Freunden jederzeit bereit, ihren beruflichen Sachverstand einzubringen. Wer allerdings denkt, dass das Zimmer von Luisa voll mit selbst entworfenen Möbelstücken steht, der irrt. „Ich könnte das zwar, aber man sagt doch immer, der Schuster hat die schlechtesten Schuhe“, sagt sie und lacht herzhaft dabei.

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©Richter