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Ralf Regenhardt neuer Geschäftsführung des Caritasverbandes

Netzwerker und Entwickler Ralf Regenhardt neuer Geschäftsführung des Caritasverbandes

„Bertil Holst hat riesige Fußspuren hinterlassen.“ Das Urteil des neuen Geschäftsführers des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Göttingen über seinen Vorgänger fällt durchgängig positiv aus.

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Neuer Geschäftsführung des Caritasverbandes: Ralf Regenhardt.

Quelle: Richter

Duderstadt. Große Anerkennung bringt er zum Ausdruck, wenn Ralf Regenhardt an die Zeit zurückdenkt, in der Holst die Geschicke der Organisation leitete. Zugleich lobt er das Team hinter dem ehemaligen Geschäftsführer, das „außerordentliche Leistungen“ vollbracht habe. Entsprechend glücklich sei er darüber, von nun an Teil dieses Teams zu sein und an dessen Spitze zu stehen. Entsprechend hoch legt er aber auch die Messlatte für das, was er sich selbst vorgenommen hat.

Ganz allein steht er nicht da, bei der Mammutaufgabe, den Caritasverband zu führen. In einer Doppelspitze mit Achim Schulze habe er sich vorgenommen, sich der demografischen Herausforderung im ländlichen Bereich zu stellen.

„Hier im Eichsfeld sind wir wie in kaum einer anderen Region davon betroffen“, erklärt er. Die Menschen werden immer älter, und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, erfordere Fingerspitzengefühl und Organisation – und fähige Mitarbeiter in immer größerer Zahl. Daran fehle es derzeit. Schuld daran sei unter anderem der Umstand, dass die Arbeit der Pflegekräfte in der Gesellschaft nicht die Anerkennung bekomme, die sie verdient hätte. Aus diesem Grund sei es schwierig, junge Menschen für Berufe im Dienste von alten und kranken Menschen zu begeistern.

„Wir wollen Zukunft gestalten"

Selbst wenn die personellen Voraussetzungen andere wären, glaubt Regenhardt, könne der Caritasverband dem demografischen Wandel nicht als Einzelkämpfer-Institution begegnen. Daher setze er sich für eine Öffnung gegenüber anderen Akteuren ein, um den Bedarf an Versorgung, Pflege und Wohnraum zu sichern. Eine Zusammenarbeit mit Kommunen, Verbänden, Vereinen und ehrenamtlichen Helfern wäre wünschenswert. „Die Caritas kann dafür Koordinator sein“, sagt er und fügt fast schon entschuldigend an: „Ich bin ein Netzwerker und Entwickler. Mein Ziel ist es immer, zu agieren, nicht zu reagieren.“

„Ältere Menschen werden zunehmend das Ortsbild bestimmen, das Bild von Familie ist bunter geworden und wir haben eine Verschiebung der Geburtenzahlen hin zu sozial schwächeren Milieus“, steckt er die neuen Rahmenbedingungen für seine Arbeit ab. Außerdem gewännen Themen wie Ökumene und Integration ein immer stärkeres Gewicht. Sich dem zu verschließen halte er für fahrlässig – und schlicht falsch. Denn nur der bewusste Umgang mit gesellschaftlichen Veränderungen trage dazu bei, eine „Kultur der Achtsamkeit“ zu etablieren. Ideen wie Bürgerzusammenschlüsse zur Dorfentwicklung wie in Mingerode oder die verstärkte Beschäftigung mit Ansätzen wie der Dorfmoderation seien da „richtige Ansätze“.

In diese Richtung wolle er weiterarbeiten, wie es sein Vorgänger begonnen habe. „Wir wollen Zukunft gestalten, damit sie lebenswert bleibt.“

Zur Person

Ralf Engelhardt lebte bis zu seinem 18. Lebensjahr in Mingerode. Nach einer Ausbildung beim Landkreis Göttingen zum Kommunalverwaltungsfachangestsllten studierte er Sozialarbeit und Sozialpädagogik und schloss später — bereits im Dienste der Caritas – ein berufsbegleitendes Studium im Management im Sozial- und Gesundheitswesen nach.

Bei der Caritas arbeitete er unter anderem in der Schuldnerberatung, war aber auch am Aufbau des Projektes Internationale Gärten und am Start des Fairkaufladens beteiligt. 2007 ging er nach Hildesheim, um dort als Refernt im Diözesanverband tätig zu sein.

Acht Jahre lang pendelte Regenhardt täglich 180 Kilometer von Gieboldehausen nach Hildesheim – und das ohne schlechte Laune, wie er sagt. Er habe sich die Fahrt mit Jazz versüßt. Der Vater dreier Kinder ist zum November nach Duderstadt zurückgekehrt.

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