Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Rat der Stadt Duderstadt diskutiert über Fußgängerzone

Fahrradbügel, Bänke und Spielgeräte sind bestellt Rat der Stadt Duderstadt diskutiert über Fußgängerzone

In einer Mammutsitzung von rund drei Stunden haben sich die Mitglieder des Duderstädter Stadtrates am Donnerstag erneut mit der Belebung der Fußgängerzone beschäftigt.

Voriger Artikel
Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte werden neu bestimmt
Nächster Artikel
Fellbrich wird neuer Leiter der KGS Gieboldehausen
Quelle: Pförtner (Symbolfoto)

Duderstadt. Vor einer Kulisse von rund 50 Zuhörern im Stadthaus  – unter ihnen viele Teilnehmer eines vorausgegangenen Laternenumzugs – brachte die Sprecherin der Bürgerinitiative „Lebendige Stadt Duderstadt“, Katja Neumann, das Anliegen der BI anhand einer stichprobenhaften Verkehrszählung vor: An einem „ganz normalen Dienstag“ seien zwischen 9 und 11.30 Uhr 282 Fahrzeuge über die Marktstraße gefahren. Eine erkennbare Berechtigung hätten lediglich 65 gehabt.

Das müsse dringend geändert werden. Außerdem forderte sie, die Rolle des Lenkungsausschusses klarer zu definieren und offenzulegen, welche personellen und finanziellen Ressourcen die Stadtverwaltung in das Projekt „Belebung der Fußgängerzone“ stecken könne. Sie legte nahe, einen Externen zur Moderation der Beratungen heranzuziehen. In ihren Punkten fand sie die Unterstützung der SPD-Ratsfrau Doris Glahn, die hinzufügte, der Lenkungsausschuss müsse schnellstmöglich zu seiner nächsten Sitzung einberufen werden.

Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) mahnte die Ratsherren dazu, einen breiten Konsens herzustellen: „Wir müssen aus den unterschiedlichen Perspektiven heraus das Problem betrachten und daraus die beste Lösung entwickeln.“ Er rief dazu auf, ebenso die Bedürfnisse der Innenstadtbewohner und Touristen wie auch die der Hauseigentümer, Mieter und Geschäftsleute zu beachten.

„Machen wir doch zehn Poller, dann ist die Stadt zu“

Er präsentierte zudem erste Ergebnisse zur Verbesserung der Ausstattung in der Fußgängerzone: In den vergangenen Wochen seien 20 Fahrradbügel, ebenso viele Abfallbehälter, zwei Halbrundbänke und drei Spielgeräte bestellt worden, erklärte Nolte. Die Auftragssumme belaufe sich auf rund 32 000 Euro, die aus Mitteln des Orts- und Stadtrates eingebracht werden sollen.

Außerdem habe es hinsichtlich der Verkehrsregelung und verschärfter Kontrollen des Verkehrs Gespräche mit der Polizei und dem Ordnungsamt gegeben, sagte Nolte. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten stellten allerdings ein Problem dar: Bisher ist das Ordnungsamt für den ruhenden, die Polizei für den fließenden Verkehr zuständig. „Ich hoffe, es gibt irgendwann einmal eine gemeinsame Zuständigkeit“, sagte Nolte.

Er kündigt an, in der kommenden Woche den ersten Entwurf eines Verkehrskonzeptes öffentlich machen zu wollen, in dem die Ideen der entsprechenden Arbeitsgruppe und des Lenkungsausschusses berücksichtigt werden sollen.
In der Frage nach der Installation eines Pollers am Gropenmarkt verwies Lothar Dinges einmal mehr darauf, dass es nicht darum gehe, die Stadt hermetisch abzuriegeln. Ratsherr Gerardo Pizzano (CDU) sah das offenbar anders: Er präsentierte einen Stadtplan mit eingezeichneten Poller-Standorten und wetterte: „Machen wir doch zehn Poller, dann ist die Stadt zu.“

Erhitzte Gemüter

Weniger drastisch schilderten weitere Vertreter der CDU, welche Probleme sie in den Poller-Plänen sehen. Schlussendlich brachte es Dieter Thriene auf den Punkt: „Wir wollen nicht eher über einen Poller entscheiden, bis das Gesamtkonzept steht.“ Der Rat lehnte den Poller ab – allerdings könne dessen Installation nach Erstellung des Verkehrskonzeptes neu diskutiert werden, besänftigte Nolte die – nicht erst zum Schluss der Diskussion – erhitzten Gemüter.

Zudem erklärte Nolte, die an mehreren Stellen der Marktstraße aufgesprühten Fußgängerzonenzeichen würden in den nächsten Tagen entfernt. Die Arbeiten werde der Bauhof übernehmen und die Kosten demjenigen in Rechnung gestellt, der dafür verantwortlich zeichnet – sofern der Täter ermittelt werden könne. Trotz eines Einwandes des Grünen Ratsherrn Hans Georg Schwedhelm soll die Strafanzeige der Stadt Duderstadt gegen Unbekannt aufrecht erhalten werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter