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„Von einer Ohrfeige umgefallen“

Raub und gefährliche Körperverletzung „Von einer Ohrfeige umgefallen“

Das Amtsgericht Duderstadt hat am Dienstag einen Gieboldehäuser unter anderem wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu fast zwei Jahren Haft verurteilt. Der junge Mann hatte einen Rentner verprügelt - im Streit um eine Flasche Schnaps.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt/Gieboldehausen. Schon die Aussagen der Bewährungshelferin des Angeklagten verdeutlichten die Verhältnisse, aus denen der mehrfach vorbestrafte 27-jährige Peter G. stammt: Der Vater Alkoholiker, er selber schaffte nur einen Sonderschulabschluss und sei bis heute Analphabet. Mehr als sechs Jahre seines Lebens hat G. bereits in Gefängnissen verbracht - auch er hat ein Alkoholproblem, seine jüngsten Bewährungsauflagen hatten ihn zum Besuch einer Suchtberatung verdonnert.

Genau Bieranzahl ungeklärt

Am zweiten Weihnachtsfeiertag vergangenen Jahres hat das nicht geholfen. Der Vater war im Krankenhaus, G. trank nach eigenen Angaben mit dessen 65-jährigen Mitbewohner Werner H. einige Bier - die genaue Anzahl konnte das Gericht bis zuletzt nicht klären. Irgendwann am Abend habe er sich Geld geliehen, um bei der Tankstelle eine Flasche Whisky zu kaufen. Wieder zuhause, sei er nochmal losgegangen, um Zigaretten zu holen - als er wiederkam, seien H. und der Whisky weg gewesen.

Über das Folgegeschehen variierten die Zeugenaussagen, aber klar ist: G. fand H. in einer Nachbarwohnung, forderte die Flasche zurück und zerrte ihn unter Gewaltanwendung auf den Innenhof des Hauses. Dort blieb H. nach Aussagen von Zeugen nicht ansprechbar und blutend liegen. P.s Geständnis zufolge war das Opfer „von einer Ohrfeige umgefallen“. Eine Zeugin und das Opfer berichteten hingegen von Tritten gegen Oberkörper und Kopf.

Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung

Letztere Aussagen begründeten für Richter Michael Pitzek eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung - in Tateinheit mit Raub, denn G. hatte dem Opfer außerdem die Geldbörse entwendet. Wegen zwei weiterer älterer Delikte verurteilte Pitzek den Täter zu insgesamt einem Jahr und neun Monaten Haft ohne Bewährung. Inwiefern zwei andere, auf Bewährung ausgesetzte Haftstrafen von der Verurteilung beeinflusst werden, muss noch das Landgericht Göttingen klären.

Von Christoph Höland

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