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Rechte Aufkleber in Duderstadt aufgetaucht

Nach Demonstrationen Rechte Aufkleber in Duderstadt aufgetaucht

„BRD = Volkstod“, „Das abgewrackte System entsorgen – Nationaler Sozialismus gegen Kapitalismus“ oder „Antifa. Einer steht. Der Rest blockiert sitzend“. Aufkleber mit diesen Slogans sind am Rande der Demonstrationen am Sonntag aufgetaucht. Mikis Rieb vom Landkreis Göttingen ordnet sie der extremen Rechten zu.

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„Von wem die Aufkleber in der Innenstadt von Duderstadt verklebt wurden, ist nicht bekannt“, sagt der Demokratiebeauftagte des Landkreises, Rieb. „Inhaltlich befassen sich die Aufkleber allerdings mit Themen, die auch der sogenannte ,Freundeskreis‘ behandelt.“

Quelle: Archiv

Duderstadt. Unter anderem in unmittelbarer Nähe zur Demonstration des „Bündnisses gegen Rechts“ hatten Teilnehmer die überwiegend in Schwarz, Weiß und Rot gestalteten Aufkleber vorgefunden. „Von wem die Aufkleber in der Innenstadt von Duderstadt verklebt wurden, ist nicht bekannt“, sagt Rieb, Demokratiebeauftragter des Landkreises. „Inhaltlich befassen sich die Aufkleber allerdings mit Themen, die auch der sogenannte ,Freundeskreis‘ behandelt.“

 
So sei ihm vom „Freundeskreis“ bekannt, dass dieser den Slogan „Das System ist der Fehler“ vertrete. Einer der Aufkleber, der für einen „Nationalen Sozialismus“ wirbt, wandele diesen ab in die Formulierung „Das abgewrackte System entsorgen“.

 

Grafik angelehnt an „Nazis raus“-Sticker

 

Info

Mikis Rieb bekleidet die „Stelle zur Förderung von Vielfalt Demokratie und Toleranz“ im Landkreis Göttingen. Zu seinem Arbeitsbereich gehört die Beobachtung und Dokumentation menschenverachtender Einstellungen und Handlungsweisen im Landkreis Göttingen und die Beratung von Betroffenen.

Dazu ist die Illustration eines Menschen zu sehen, der eine Euro-Münze in einen Papierkorb wirft. Die grafische Gestaltung ist dabei angelehnt an eine Darstellung, die von „Nazis raus“-Stickern und Aufnähern bekannt ist – nur dass auf diesen ein Hakenkreuz im Papierkorb entsorgt wird.

 
„Die Texte auf den Aufklebern lassen sich zweifelsfrei der extremen Rechten zuordnen“, sagt Rieb. „Dort abgedruckte Slogans wie ,BRD = Volkstod‘ verweisen auf eine zentrale Argumentation der rechten Szene.“ Der Öffentlichkeit solle damit suggeriert werden, dass das deutsche Volk, gedacht als Volksgemeinschaft, durch das Handeln der Regierung und durch eine vermeintliche „Masseneinwanderung“ kurz vor dem Aussterben stehe. Ein ähnliches Untergangsszenario hatte auch der Sprecher des jüngsten „Freiheitlichen Bürgertreffs“ des „Freundeskreises“ am Sonntag geschildert.

 
Dass sich die Optik der Aufkleber an der Symbolik der Antifa orientiere, ist für Rieb kein neues Phänomen. „Seit der Jahrtausendwende lässt sich eine optische Erneuerung innerhalb der extrem rechten Szene beobachten“, sagt er. „Insbesondere mit dem Auftreten der sogenannten Autonomen Nationalisten wurden dabei auch gezielt Stilelemente des politischen Gegners übernommen.“ Das gehe so weit, dass einzelne Symbole etwa der Antifa unverändert übernommen und mit neuen Inhalten gefüllt werden.

 

Verweis auf gelöschte Internetseite

 
Tatsächlich findet sich auf den Aufklebern, die in Duderstadt verteilt wurden, eine schwarze Flagge in einem Kreis, die an das Logo der „Antifaschistischen Aktion“ erinnert. Im Falle des Aufklebers, der sich gegen die Antifa wendet, wurde auf diese Darstellung allerdings verzichtet.

 
Auf allen abgedruckt ist allerdings eine Internet-Adresse, von der Rieb bekannt ist, dass sie mittlerweile gelöscht ist. „Zuvor wurden darüber jedoch extrem rechte sowie verschwörungstheoretische Inhalte verbreitet“, berichtet er. Außerdem sei auf der Website für Neonazi-Aufmärsche geworben worden. Als Verantwortlicher im Sinne des Presserechts sei die Person benannt worden, die für die angegebene Internetseite verantwortlich zeichne. Die Person sei 2013 „sogar vom Verfassungsschutz Sachsen benannt“ worden.

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