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Reise in die Vergangenheit

Rollshausen Reise in die Vergangenheit

Die archäologischen Entdeckungen, die während des Kirchenumbaus gemacht wurden, haben Frank Wedekind und Olaf Oliefka am Sonntag im Rollshäuser Gotteshaus präsentiert. Dazu gehören ein Knochenlager und die Fundamente zweier Vorgängerbauten, die jetzt wieder unter dem neuen Natursteinfußboden verborgen sind.

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Archäologe Frank Wedekind erläutert Ausstellungsbesuchern die Grabungsergebnisse in der Kirche St. Margareta.

Quelle: Mahnkopf

Rollshausen. Der nicht gerade pflegeleichte hellgraue Oberkirchner Sandstein liegt auch im Kölner Dom. Mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige kann die Rollshäuser Kirche zwar nicht punkten, bei den Ausgrabungen wurde aber auch ein Knochenlager entdeckt. Auf den ersten Blick wirken die Funde und Ausstellungsstücke der Archäologen und des Grabungsleiters wenig spektakulär: Ein Tisch mit Tonscherben, Fotos, Zeitungartikel und Textinformationen. Ihre Bedeutung erschließt sich erst aus den Erörterungen, die die Fachleute den Ausstellungsbesuchern geben. Nicht gerechnet hatten sie mit dem zwei Meter breiten Mauerfundament eines ursprünglich freistehenden älteren Turmes, an den 1639 die Kirchenmauer herangebaut wurde.

Die heutige Kirche St. Margareta wurde von 1901 bis 1904 errichtet und ersetzte den Vorgängerbau von 1639. Dessen Fundamente wurden ebenso freigelegt wie etwas tiefer die einer noch älteren kleinen Pfarrkirche. Beide waren anders als das jetzige Gotteshaus in Ost-West-Richtung ausgerichtet. Zwischen den Fundamenten und außerhalb wurden mehrere Grabstätten aus dem Mittelalter entdeckt, außerdem alte Pflasterwege und ein Knochenlager freigelegt. Dieses Ossuarium wurde vermutlich beim Bau der Kirche von 1639 umgebettet. Deutlich erkennbar war der für viele Kirchen im Eichsfeld typische polygonale Chorabschluss der Vorgängerkirche, ebenso das Altarfundament mitten im Chor. Genau datiert werden können die Grabstätten nicht, da Beigaben fehlten.

Durch Maserung, Machart, Material und Brandtemperatur zeitlich zugeordnet werden konnten die Keramikfunde. Von der Besiedlung in vorchristlicher Zeit zeugen die ältesten Tonscherben aus der späten Bronzezeit, andere Funde wie der Boden eines Gefäßes mit Wellenfuß stammen aus dem Mittelalter oder wie glasierte Keramikscherben aus der frühen Neuzeit.

Ein Besucher bedauerte, dass die alten Fundamente nicht sichtbar geblieben sind. Dafür ist die Kirche wieder ein Schmuckstück mit heller Optik geworden. Die Beleuchtung wurde auf LED umgerüstet, die Kirchenbänke durch Stühle ersetzt. Die ermöglichen auch Stuhlkreise bei Taufen und anderen Anlässen. Wunschlos glücklich ist der Pfarrgemeinderat aber noch nicht. Für die Sanierung der Kirchenorgel und des Altarraums in den kommenden Jahren sammelt der Förderverein weiter Spenden.

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©Richter