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440 Jahre alt und fast wie neu

Restauration der Duderstädter St.-Cyriakus-Basilika 440 Jahre alt und fast wie neu

Seit Anfang Juni ist Zbigniew Dudek, unterstützt von seinem Sohn Patrick, in der Duderstädter St.-Cyriakus-Basilika mit der Reinigung und Konservierung der barocken Figuren des Innenschiffes beschäftigt. Bis Ende des Monats erstrahlten die Figuren wie neu, so der Braunschweiger Restaurator.

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Reinigung der Figuren: Restaurator Zbigniew Dudek hat sein Atelier im Vorraum des „Eichsfelder Doms“ eingerichtet.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. „Meine Aufgabe ist die Konservierung und Reinigung“, sagt Dudek, „aber eben keine vollständige Restaurierung.“

Für den Braunschweiger ist die Duderstädter Basilika keine Unbekannte. Bereits 2004 hatte er seitlich des Chorgestühls einige Gemälde restauriert. „Das ist nicht nur mein Job“, so Dudek. Vielmehr gehe er stets neugierig an die Aufgaben heran. In der jetzigen Phase der Umbauarbeiten befreie er 15 barocke Figuren und deren mit Arkanthus verzierte Sockel. Sonst hängen diese barocken Bildhauerwerke im Mittelschiff der Basilika. Die überlebensgroßen Figuren der Maria immaculata und Christus als guter Hirte sowie die Serie der zwölf Apostel samt Paulus wurden um 1678 in der Werkstatt des Duderstädter Bildhauers Andreas Georg Kersten gefertigt. In dieser Zeit erlebte die Kirche - nach der Rekatholisierung des Eichsfeldes - unter dem Kommissarius Herwig Böning eine künstlerische Blütezeit im Zeichen des Barocks.

Proben an einzelnen Figuren verraten dem Diplom-Restaurator, dass die Bemalung zu früheren Zeiten von der aktuellen abgewichen sein muss. Aber, so Dudek: „Man muss nicht immer eine primäre Phase wieder herstellen“, sondern könne auch andere Zeitphasen respektieren, wenn sie eine gute Qualität aufweisen. So stammten die Farben der - oft derben - Gesichter aus dem 19. Jahrhundert; heute rotbraune Bänder seien früher vergoldet gewesen. Insgesamt aber handele sich um eine typische Farbgestaltung des ausgehenden 17. Jahrhunderts.Um die 180 Kilogramm wögen die einzelnen Lindenholzfiguren, die Sockel seien nur Zierde und ungeeignet, die Figuren alleine zu tragen.

Mit ein bisschen Reinigungsmittel, Stärke und Tenside und viel Vorsicht gehen die Dudeks an die Figuren, befreien sie so vom Schmutz der vergangenen Jahrzehnte. In den 80er-Jahren sei die Figurengruppe zuletzt restauriert worden.

gm

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