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Restaurierung des Altarraums von St. Servatius in Duderstadt schreitet voran

Mit dem Sieb durch vergangene Epochen Restaurierung des Altarraums von St. Servatius in Duderstadt schreitet voran

Der Altarraum von St. Servatius gleicht zurzeit einem Rohbau. Um gegen Holzwurm und Schimmel vorzugehen, sind Frank Wagner, Architekt der evangelisch-lutherischen Landeskirche, Restaurator Veith Grünwald und Tischlermeister Jörg König seit einigen Wochen am Werk.

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Während der Renovierung verhüllt: Der Altarraum von St. Servatius bekommt einen neuen Unterboden.

Quelle: Richter

Duderstadt. Der unter Denkmalschutz stehende Holzboden wurde komplett abgetragen, der beschädigte Unterboden entfernt und der freigelegte Sand und Schutt gründlich durchgesiebt, um nach Relikten vergangener Epochen zu suchen.

„Es ist auch einiges zum Vorschein gekommen“, sagt Wagner als Verantwortlicher für die Restaurierungsarbeiten. Er zeigt auf die säuberlich gestapelten Sandsteinstücke und die in Eimern gesammelten Glasscherben. Letztere stammen wohl von den Buntglasfenstern aus dem 19. Jahrhundert, die beim Großbrand im Jahr 1915 zerstört worden sind. Aber um sicher zu gehen, will Wagner die Scherben von der darauf spezialisierten Glaswerkstatt Schneemelcher in Quedlinburg analysieren lassen. Wenn Alter und Herkunft der Glasstücke feststehen, werden sie der Kirchengemeinde zurückgegeben.

Die Sandsteinbrocken sind vermutlich ebenfalls nach dem Brand als Schüttung für den danach neu errichteten Unterboden verwendet worden. Da sie keinen besonderen archäologischen Wert haben, werden sie dorthin auch wieder zurückgebracht, um die neue Schüttung aufzufüllen.

Nicht ganz einfach wird es, den Boden unter den Chorschranken zu erneuern. „Die Jugendstil-Schranken sind mit der Seitenvertäfelung verbunden. Um nicht alles abzubauen, mussten wir sie von unten mit Balken abstützen“, erklärt Grünwald.

Nach Aufbringen der Schüttung sollen Gehwegplatten aus Waschbeton als Grundlage für den Unterboden eingesetzt werden. „Die Platten bringen keine weitere Feuchtigkeit in die Kirche, wie es bei gegossenem Beton der Fall wäre“, erklärt Wagner. Tischlermeister König ist dann für den Unterboden aus Holz zuständig, und Restaurator Grünwald darf zum Schluss ans Riesenpuzzle: Jedes Einzelteil des historischen Parkettbodens ist durchnummeriert und muss zurück an seinen angestammten Platz gesetzt werden.

Dass keine sensationellen Funde wie Gräber oder Skelette entdeckt wurden, erleichtere die weitere Planung der Bauarbeiten, sagt Wagner. So werde die Fertigstellung bis Ende Februar nicht durch archäologische Ausgrabungen verzögert. Der vorgesehene Termin könne eingehalten werden.

Von Claudia Nachtwey

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