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Rettungshundecamp in Obernfeld: Tiere und Halter proben für den Ernstfall

Gehorsam und Gewandheit trainiert Rettungshundecamp in Obernfeld: Tiere und Halter proben für den Ernstfall

Rund 40 Hundeführer haben in der vergangenen Woche ein Camp in Obernfeld aufgeschlagen. Von Donnerstag bis Sonntag trainierten sie mit ihren Tieren die Rettung von Menschen aus Notsituationen.

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Suche in unwegsamem Gelände: Aufgaben wie diese gehören beim Rettungshundecamp dazu.

Quelle: EF

Obernfeld. Wenn die menschlichen Fähigkeiten zum Aufspüren eines Gesuchten nicht mehr ausreichen, kommen Rettungshunde zum Einsatz. Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk oder die Malteser rücken mit ihren Tieren an, wenn Menschen nach Unfällen oder in Erdbebengebieten vermisst werden. Um in diesen Extremsituationen sicher agieren zu können, müssen Mensch und Tier gleichermaßen trainiert sein. Spezialisiert darauf ist der Bundesverband Rettungshunde.

Mitglieder der genannten Organisationen, aber auch Hundehalter, die ihre Tiere zu sportlichen Zwecken ausbilden und an Wettbewerben teilnehmen, waren von Donnerstag bis Sonntag in Obernfeld zu Gast. Auf Initiative von Svenja und Mario Abram von der Search And Rescue Dog Association Eichsfeld fand dort ein Rettungshundecamp statt.

„Wir hatten Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Niederlanden“, berichtet Svenja Abram. Übernachtet hätten die Hundehalter, die zum Teil mit Familienmitgliedern angereist waren – mit Hund – im Zelt auf einer Wiese am Rande Obernfelds. Unter anderem seien Welt- und Europameister unter den Teilnehmern gewesen, sagt sie. Ein Hundehalter aus Berlin,  der zu den Helfern im Erdbebengebiet in Nepal gehört hatte, habe der Gruppe zudem von den Herausforderungen dieses speziellen Einsatzes berichten können. „Jeder trägt mit seiner Erfahrung bei“, erklärt Abram. Das gelte für die Besitzer ganz junger Tiere ebenso wie für die Halter erfahrener Rettungshunde. Das Wochenende habe im Zeichen der Übung gestanden, der Wettbewerb keine Rolle gespielt.

„Wir haben hier schöne Suchgebiete“, erklärt Svenja Abram. „Hier“, damit meint sie unter anderem Gelände im Eichsfeld und im Harz: Waldgebiete, Industrieruinen, Stollen und Sandgruben. Dorthin seien die Teilnehmer an jedem Morgen aufgebrochen, um den Ernstfall zu proben. „Die Hunde suchen nicht nach Individualgerüchen. Sie spüren alles auf, was nach Mensch riecht“, erklärt Abram. Dies täten sie entweder, um an Futter zu kommen, oder weil sie wüssten, dass sie zur Belohnung spielen dürften.

Die Tiere lernten in den Suchgebieten und auf einem auf dem Trainingsgelände eingerichteten Parcours, sich sicher im unbekannten Terrain und oft auf wackeligem Untergrund zu bewegen. „Wir haben auch ein Nachttraining angeboten, um die besonderen Herausforderungen der Dunkelheit zu üben“, berichtet Abram. Ähnlich wie Menschen hätten Hunde mit der Dunkelheit zu kämpfen, hätten Schwierigkeiten bei der Orientierung und könnten Schatten nicht sofort zuordnen. Um sicherzugehen, dass nichts passiert, seien die Menschen auf Unebenheiten und Stolperfallen im Gelände vorbereitet worden.

Trainiert würden zwei Komponenten, so Abram. Zum einen die Sucharbeit, zum anderen Gehorsam und Gewandheit des Tieres. „Wenn es zum Einsatz kommt, muss das selbstverständlich laufen.“

Rettungshund

Als Rettungshund oder Suchhund wird ein Haushund bezeichner, der eine spezielle Prüfung absolviert hat. Gemeinsam mit seinem Hundeführer bilden Mensch und Tier immer ein Team, das zusammenarbeitet. Eine organisierte Einheit, die aus mehreren Teams besteht, bildet eine Staffel oder einen Zug.

Suchhunde werden unter anderem eingesetzt zur Flächensuche in unwegsamem Gelände oder in großen Waldflächen. Finden sie einen Menschen, bellen sie, um den Fundort anzuzeigen, bringen dem Hundeführer einen Hinweis auf den Vermissten oder laufen pendelnd zwischen dem Gefundenen und dem Hundeführer hin und her.

Rettungshunde werden auch bei der Trümmersuche, bei der Lawinensuche oder der Wasserrettung eingesetzt. Außerdem gibt es spezielle Mantrailer, die nach dem Individualgeruch eines Menschen suchen. ne

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