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Rhode setzt auf Transparenz

Schweinefutter: Rhode setzt auf Transparenz

So wie der Dioxinskandal viele Verbraucher verunsichert, so ist er auch für Landwirte eine böse Überraschung. Sie zahlen die Zeche für vermutlich kriminelle Machenschaften in einem Zulieferbetrieb der Futtermittelwirtschaft. Auch im Eichsfeld spüren Landwirte die Folgen.

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Bei Kontrollgang im Stall: Landwirt Helmut Rhode überprüft die Anlage zur Fütterung der Schweine.

Quelle: Walliser

„Der Preis für Schweine ist seit Bekanntwerden des Skandals um zehn Prozent gefallen. Da ist kein Gewinn mehr möglich“, sagt Helmut Rhode. „Die Märkte sind gnadenlos“, bringt er es auf den Punkt. Der Mingeröder, der in vierter Generation einen Landwirtschaftsbetrieb leitet, erzielt mit einer Schweinemastanlage rund zwei Drittel seines Umsatzes. Seit vierzig Jahren arbeitet das Unternehmen eng mit dem Kornhaus Duderstadt und dem Fleischzentrum Rettstadt zusammen.

„Bis letzte Woche gab es regelmäßigen Absatz, heute ist erstmals eine Abholung verschoben worden“, bedauert Rhode am gestrigen Sonntag und ergänzt: „Schweine nehmen jeden Tag zu und wachsen daher schnell aus dem optimalen Gewichtsbereich heraus, den der Schlachthof fordert.“ Dieser verlange inzwischen generell eine Bescheinigung über die Herkunft der Futtermittel.

Der Eichsfelder Betrieb ist nach Rhodes Worten „seit jeher bemüht einen sehr hohen Anteil an selbst erzeugtem Futter einzusetzen. Hier habe ich selbst den größten Einfluss auf die Qualität der Futtermittel.“ Aus diesem Grund besitzt der Eichsfelder eine eigene Mahl- und Mischanlage für seine Schweine. „Mit dem Agravis Mischfuttermittelwerk Braunschweig habe ich für meinen Betrieb ein individuelles Mischfuttermittel herstellen lassen, das insbesondere die Proteinversorgung, und die Mineralstoff- und Vitaminversorgung der Schweine sicherstellt“, so Rhode. Vorgabe sei zudem ein sehr hoher Anteil an regional erzeugten Proteinträgern. Hierzu zähle Rapsextraktionsschrot, das nach dem Pressen der hier wachsenden Rapssaat übrig bleibt.

Weitere Bestandteile seien Weizenkleie sowie Sojaschrot. Futterkalk und Vitamine würden entsprechend dem Bedarf zugesetzt. „Zur Staubbindung wird Zuckerrübenmelasse eingesetzt. Je nach Alter der Tiere wird dieses Futter wiederum in meinen Futtermischungen mit 24 bis 30 Prozent eingesetzt, selbst erzeugte Gerste und Weizen bilden den Hauptbestandteil des Futters“, verdeutlicht Rhode.

Fast jeder Betrieb müsse jedoch Futtermittel zukaufen, „denn aus klimatischen Gründen können wir Landwirte im Eichsfeld beispielsweise kein Soja anbauen“. Dies wird jedoch, so Rhode, aus physiologischen Gründen für die Ernährung der Tiere benötigt. „Der hohe Anteil an selbst erzeugtem Getreide und auch der regional erzeugten Proteinträger soll die Nachhaltigkeit und auch die gut funktionierenden Stoffkreisläufe auf unserem Betrieb sicherstellen“, betont der Landwirtschaftsmeister.
Der Betrieb ist Mitglied im QS-Zertifizierungssystem, in dem viele vor- und nachgelagerte Bereiche integriert sind. Ziel sei es, damit nicht nur Sicherheit für die Beteiligten, sondern auch für die Verbraucher zu schaffen.

Kunden sollten, das ist Rhodes Wunsch, „mehr auf das QS-Prüfzeichen achten“. Der Mingeröder hofft, dass der Skandal bald lückenlos in allen Einzelheiten aufgeklärt ist. Es sei wichtig, „so schnell wie möglich Transparenz reinzubringen, damit das Vertrauen der Verbraucher zurückgewonnen wird“.

Von Axel Artmann

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Im Interview:

Dioxin in Eiern und Schweinefleisch. Verseuchtes Tierfutter hat den jüngsten Lebensmittelskandal ausgelöst, der sich aktuell weiter verschärft. Opfer sind die Verbraucher, aber auch die Bauern, die ohne Verschulden vergiftetes Futter an ihre Tiere verfüttert haben. Über die Folgen hat Ulrich Lottmann mit Kreislandwirt Hubert Kellner gesprochen.

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©Richter