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Rhumebett: Ausbaggern ersetzt Mäheinsätze

Pegelstand soll gesenkt werden Rhumebett: Ausbaggern ersetzt Mäheinsätze

Ein rund 150 Meter langes Teilstück der Rhume ist in der vergangenen Woche ausgebaggert worden.

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Soll den jährlichen Mähboot-Einsatz überflüssig machen: das Ausbaggern des Rhumebettes.

Quelle: Tietzek

Durch die einmalige Aktion in Rhumspringe soll der hohe Pegel im Oberlauf des Flusses, der in den vergangenen Jahren bei gleich gebliebener Schüttungsmenge der Rhumequelle durch Ablagerungen und wuchernden Bodenbewuchs um bis zu 30 Zentimeter dramatisch gestiegen ist, nachhaltig gesenkt werden. „Das Wasser ist teilweise bereits an die Unterkante von Brücken gestoßen“ begrüßt Rhumspringes Bürgermeister Franz Jacobi (CDU) den Arbeitseinsatz.

Bereits seit 2002 versucht der Unterhaltungsverband Eller-Rhume dem rasanten Wachstum der Unterwasser-Pflanzen des Fließgewässers, den so genannten Makrophyten, durch jährliche Mäh-Aktionen beizukommen. Aus Naturschutzgründen wurde dafür ein motorloses Boot mit Handsensen eingesetzt. Dass zwischen Viadukt und Rhumepark jetzt ein Spezialbagger zum Zuge kommt, bedurfte längerer Vor- und Überzeugungsarbeit. Denn die Rhume steht unter besonderem Schutz, als FFH-Gebiet (Flora und Fauna Habitat) ist dort natürlicher Pflanzenwuchs eigentlich erwünscht.

Mit Blick auf den Erhalt der wertvollen Wasservegetation sei die jährliche Mahd kritischer zu betrachten als das einmalige Ausbaggern, meint Naturschutzbeauftragter Ulrich Heitkamp, der das ökologische Gutachten für das Projekt erstellt hat. Darüber sei sich der Landkreis mit dem Unterhaltungsverband einig. Ebenso wie bei den Mähaktionen der Vorjahre sei nicht das Flussbett auf ganzer Breite betroffen, die sensiblen Uferbereiche würden geschont, sagt Verbandsingenieur Ulrich Adler. Für den Einsatz des Langarm-Baggers mit einer Auslegungsweite von 15 Metern rechnet Adler mit rund 25 000 Euro Gesamtkosten inklusive Gutachten und Bodenbeseitigung. Auch unter der Rhumebrücke im Verlauf der Landesstraße wurden Sedimentablagerungen beseitigt – inklusive einer Kiesbank, die zu Rückstaus geführt hat.

Bei sehr hohem Pegelstand sei Wasser in die Regenwasserkanäle zurückgedrückt worden, nennt Heitkamp ein weiteres Problem. Vom Ausbaggern einer Flutrinne in der Mitte des Flussbettes verspricht er sich ebenso wie Verbandsingenieur Ulrich Adler eine möglichst langfristige Absenkung des Flusspegels um bis zu 25 Zentimeter. „Ob das funktioniert oder sich die Rinne schnell wieder zusetzt, muss sich noch zeigen“, sagt Heitkamp. Im Falle eines Fehlschlags gebe es noch die Möglichkeit von Bunen-Einengungen unterhalb der Ufers, um die Fließgeschwindigkeit in der Flussmitte zu erhöhen.
Die Ablagerungen und der ausufernde Makrophyten-Bewuchs führten vor allem im Sommer trotz geringerer Niederschlagsmenge zu einem höheren Wasserpegel als im Winter, berichtet Adler. Hinzu kommt laut Jacobi, dass immer wieder einmal Grünschnitt in der Rhume entsorgt und das Flussbett durch Landgewinnung eingeengt worden sei. Über die Gründe für das explosive Wachstum des Gewässerkrautes in jüngerer Vergangenheit gibt es nur Mutmaßungen. Sie reichen vom Klimawandel bis zur Eigenart von Karstquellen wie der Rhumequelle, versickertes Oberflächenwasser schnell wieder abzugeben und dadurch Nähr- und Düngestoffe nicht ausreichend zu filtern. Auch Heitkamp geht davon aus, dass das Wachstum von Wasserpflanzen wie Flutender Merk, Wasserhahnenfuß und Wasserstern durch bereits im Pöhlder Becken versickerte Nährstoff-einträge aus der Landwirtschaft forciert werde.

Von Kuno Mahnkopf

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