Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Ringen um dieWasserspielgeräte

Duderstadt Ringen um dieWasserspielgeräte

Kommen die geplanten Wasserspielgeräte auf der Marktstraße in Duderstadt noch? Während Stadtverwaltung und Ortsrat sich gegenseitig die Verantwortung für den Stillstand zuschieben, gibt es auch grundsätzliche Bedenken. Ortsbürgermeister Hubertus Werner (CDU) befürchtet einen „Schildbürgerstreich“.

Voriger Artikel
Diplome für Vielleser
Nächster Artikel
Linden werden am Montag gefällt

Marktstraße in Duderstadt.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Zuerst war es eine unreine Wasserprobe aus der Brehme gewesen, die der Anschaffung der Spielgeräte im Weg stand. Nachdem eine zweite Probe im vergangenen Jahr keine Verunreinigung mehr mit Colibakterien aufwies, gab es grünes Licht vom Ortsrat. Wie aus einer Pressemitteilung der SPD-Fraktion hervorgeht, entschied die AG Innenstadt des Ortsrats daraufhin, welche Geräte für den Bereich zwischen Jüdenstraße und Augustinergasse gekauft werden sollten und gab die Entscheidung an die Stadtverwaltung weiter, um die Machbarkeit zu prüfen und die Kosten zu ermitteln. Im Oktober 2016 habe die Stadt die grundsätzliche Eignung der Geräte bestätigt. Seitdem ruhe die Angelegenheit, heißt es in der Pressemitteilung. Der Grund: Während die Stadtverwaltung noch auf eine Reaktion des Ortsrats gewartet habe, sei dieser davon ausgegangen, dass die Stadtverwaltung für die nächsten Schritte zuständig sei.

„Die SPD-Fraktion will jetzt die Initiative ergreifen, um diesen Schwebezustand, wo die eine Seite auf die andere wartet und sich nichts bewegt, endlich zu beenden“, äußerte sich SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Glahn. „Beschlüsse liegen vor, jetzt muss endlich die Umsetzung kommen, wir wollen keine weitere Verzögerung hinnehmen.“ Aus diesem Grund habe sich Glahn an Ortsbürgermeister Hubertus Werner mit der Bitte gewandt, er möge bei den Fraktionsvorsitzenden kurzfristig nachfragen, ob die Beschlüsse des vergangenen Jahres noch immer gültig seien. „Das Ergebnis dieser Abfrage soll dann unverzüglich an die Stadtverwaltung weitergegeben werden, damit schnellstmöglich die Beschaffung erfolgen kann“, so der Vorschlag der SPD-Fraktionsvorsitzenden vom 25. Juli.

Die Stadtverwaltung hat allerdings eine andere Sicht. Wie Johannes Böning (CDU) vom Fachbereich Bauen und Umwelt mitteilte, seien seit vergangenem Oktober drei Schreiben an den Ortsrat gegangen, in denen auf eventuelle Schwierigkeiten bei der Realisierung der Spielgeräte an den vorgesehenen Stellen hingewiesen wurde. So gelte es unter anderem die Verkehrssicherungspflicht zu berücksichtigen, erklärte Böning. Manche der vom Ortsrat ausgewählten Spielgeräte seien zudem für den Standort nicht geeignet, weil beispielsweise eine Stauung der Brehme notwendig wäre. „Wir können aber nicht andauernd die Brehme aufstauen“, so Böning. Es müsse darum die Frage gestellt werden, ob es sich tatsächlich um den richtigen Ort für das geplante Unterfangen handle. Der Ortsrat sei zuletzt am 10. Juli aufgefordert worden, Lösungen für die festgestellten Probleme zu finden und die Spielgeräte auszuwählen. Allerdings habe es auf keines der Schreiben eine Antwort gegeben, teilt Böning mit. „Uns fehlt die Gewissheit, wo und welche Geräte aufgestellt werden sollen.“

Ortsbürgermeister Werner teilte mit, er sei bislang aus beruflichen Gründen noch nicht dazu gekommen, die Fraktionsvorsitzenden zu kontaktieren. Innerhalb der kommenden zehn Tage werde er dies aber nachholen. „Die Wasserspielgeräte werden kommen“, versicherte Werner, der jedoch die Stadtverwaltung in der Pflicht sieht. Gleichzeitig übte er eine grundsätzliche Kritik an dem Vorhaben. „Die Brehme ist dermaßen dreckig im Moment. Wir haben den Wasserlauf nicht richtig im Griff“, sagte Werner. Zwar vertraue er dem Ergebnis der zweiten Wasserprobenuntersuchung, das dem Brehmelauf Badewasserqualität bescheinigte. Ihn störe jedoch vor allem die Optik des durch Algen grünlich gefärbten Wassers. „Ich sehe das nicht, dass die Kinder da wirklich spielen werden.“ Außerdem befürchtet Werner, dass das ganze Projekt am Ende zu einem Schildbürgerstreich werden könnte. Die Geräte würden letztendlich an maximal 100 Tagen im Jahr überhaupt nutzbar sein, vermutet er. Es sei sinnvoller, das Geld stattdessen in die Sanierung des Spielplatzes auf dem LNS-Gelände zu investieren, der mittlerweile zu einem Anziehungspunkt für viele Kinder geworden sei. Die Wasserspielgeräte könnten eventuell auch privat finanziert werden.

Dies sei allerdings seine Meinung als Privatperson, betonte Werner. Als Ortsbürgermeister werde er in jedem Fall die Beschlüsse des Ortsrats und der Stadtverwaltung respektieren. Dennoch will Werner seine Bedenken bei der nächsten Ortsratssitzung zur Sprache bringen.

Von Maximilian Zech

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Duderstadt
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter