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Rosdorf: Frölich will junge Leute für das Handwerk begeistern

Roadshow gegen staubiges Image Rosdorf: Frölich will junge Leute für das Handwerk begeistern

110 Millionen Euro. So richtig vorstellen kann man sich eine solche Summe wohl nicht. „Das Handwerk in Südniedersachsen ist schon eine Hausnummer“, sagt Christian Frölich. Als Kreishandwerksmeister ist der Inhaber des Baugeschäfts August Frölich GmbH der Interessenvertreter für rund 500 Betriebe, organisiert in 24 Innungen. Und den Menschen, die eine Bruttolohnsumme von 110 Millionen Euro im Jahr erwirtschaften.

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Hat Pläne für die Zukunft: Bauunternehmer und Kreishandwerksmeister Christian Frölich.

Quelle: Hinzmann

Rosdorf. Dabei seien noch nicht einmal alle Betriebe organisiert – was Frölich qua Amt ärgern muss. Unabhängig von seinen Interessen legt er aber Handwerksfirmen im Allgemeinen nahe, die „bessere Schlagkraft des Verbundes“ auszunutzen und Mitgliedsbetrieb in den Innungen der Kreishandwerkerschaft zu werden. Dies sei wichtig unter anderem, wenn es um arbeitsrechtliche oder steuerliche Fragen gehe. Aber auch hinsichtlich der Nachwuchswerbung sei ein geschlossenes Auftreten sein eindeutiger Wunsch. „Das Handwerk hat nun mal ein Imageproblem“, verweist Frölich auf eine Analyse auf Bundesebene. Dagegen etwas zu unternehmen, verstehe er als eine seiner dringlichsten Aufgaben im Jahr 2015. „Wir müssen die Schüler da erreichen, wo sie schon einmal sind“, erklärt Frölich seine Idee einer „Kreishandwerkerschaft-Roadshow“: Kompetente Vertreter machen sich in einem Bus auf den Weg, diskutieren, klären auf, versorgen mit Info-Material – und werben neue Auszubildende. „Vielleicht treten die Kollegen in Morph-suits auf?“ spinnt er die Idee weiter und macht damit deutlich: Modern und für Jugendliche ansprechend soll die Werbeaktion sein.

Die größten Probleme hätten derzeit das Bäcker- und das Fleischerhandwerk, erklärt Frölich: Miese Arbeitszeiten, hohe Belastung, schlechte Arbeitsbedingungen. Dieses Klischee herrsche in den Köpfen der Jugendlichen und müsse aufgebrochen werden. „Wir haben absolut innovative Berufe – und solch ein verstaubtes Image.“ Dagegen soll auch eine Plakataktion ankämpfen, die in Zusammenarbeit mit dem Marktplatz Südniedersachsen entstehen soll.  

Ein weiteres großes Thema soll für den 46-Jährigen die „Garantie für Ausbildung“ sein. Junge Leute schließen während der Schulzeit einen Vertrag mit den Kommunen, der Wirtschaft und den Eltern ab. Wenn bestimmte Schulleistungen erbracht werden, sich der Jugendliche sozial engagiert und ein Förderprogramm durchlaufen hat, bekommt dieser Jugendliche nach dem Schulabschluss garantiert einen Ausbildungsvertrag. „Zwei Jahre, bevor er die Schule verlässt, hat er dann die Sicherheit, einen Ausbildungsvertrag zu bekommen.“ Eine Umfrage zum Thema habe ergeben, dass sich Firmen „quer durch alle Branchen“ beteiligen würden. Derzeit liefen Gespräche mit den Schulen, schildert Frölich den Stand der Verhandlungen. „Die Schulleiter rennen uns die Bude ein.“

Einen weiteren Beitrag, dem Fachkräftemangel zu begegnen, sehe er im Umgang der Politik mit den aktuellen Flüchtlingsströmen. „Wenn wir gut ausgebildeten jungen Leuten eine Chance geben, können sie auch für uns eine Chance sein“, glaubt Frölich. Überhaupt spiele die Politik, insbesondere aus Brüssel, eine große Rolle für das Handwerk. In vielen Bereichen sei von „Schikane“ die Rede, etwa wenn es um die duale Ausbildung gehe, die sich über Jahrzehnte hinweg bewährt habe und die jetzt in Frage gestellt werde. Jeder einzelne könne da nichts ausrichten. Aber im Verbund sei eine Veränderung möglich. „Genau deshalb sollten sich Betriebe organisieren.“

Frölich ist einer der Podiumsdiskutanten beim Forum Eichsfeld in der Duderstädter Sparkasse. Die Veranstaltung am Donnerstag, 5. Februar wird präsentiert vom Eichsfelder Tageblatt und der Sparkasse Duderstadt.

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