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Rosenmontagsumzüge in Mingerode und Rüdershausen locken viele Narren an

Prasselnde Politika Rosenmontagsumzüge in Mingerode und Rüdershausen locken viele Narren an

Kaum haben sie ihre Büttenabende gut hinter sich gebracht, zieht es die Jecken in der Region auf die Straße. Bei den Rosenmontagsumzügen haben die Karnevalsgruppen zu Fuß oder mit bunt geschmücktem Wagen in Mingerode und Rüdershausen die Kamelle fliegen lassen.

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Von der hohen See direkt nach Rüdershausen: Piraten an der Glühwein-Theke.

Quelle: Richter

Mingerode/Rüdershausen. Eigentlich sollten Giraffen, Löwen und Bären nicht mit Süßigkeiten gefüttert werden. Doch in der Fünften Jahreszeit ist doch irgendwie alles anders und auch einiges mehr erlaubt. Das nennt sich dann Narrenfreiheit. So können die Kinder, die unter den vielfältigen Kostümen stecken, sich über den regen Süßigkeitsregen, der beim Mingeröder Umzug auf sie einprasselt, freuen.

Der fünfjährige Finn ist in seinem Drachenoutfit gut vorbereitet: „Die Tüte ist für die Süßigkeiten“, sagt er und hebt noch mehr Bonbons auf.

„Ob Rock, Pop, oder Schlager, in Mingerode haben sie alles auf Lager!“ – So hieß das Motto bei den Büttenabenden. Ebenso zeigen sich beim Umzug hinter dem traditionellen Pannkaukenwagen lebendige MP3-Player, Schallplatten und Musikboxen oder Anhänger des Hamburger Schlagermoves sowie des legendären Woodstock-Festivals.

Selbst das rote Pferd gibt sich in mehrfacher Ausführung die Ehre und macht hinter der Musik der Mingeröder „Brass & Drum-Band“ sowie der Musikzug Plön ganz bestimmt nicht kehrt. Und natürlich dürfen das Prinzenpaar Veronika I. und Christian I, sowie das Kinderprinzenpaar Celina I. und Laurin I. nicht fehlen. Stolz sind die Mitglieder des Mingeröder Carneval-Vereins:  Zwischen 1500 und 2000 Besucher, schätzen die Veranstalter, seien in diesem Jahr dabei.

Am Ende der Parade fährt ein Wagen, von dem keine Kamelle geworfen werden, von dem es aber Politika prasselt: Ortsumgebung Mingerode 2040, „schnelles“ Internet, Baugebiet Mingerode. Die Schnecken auf dem Wagen erreichen anscheinend nur mühsam das Ziel.

„Wir Narren machen uns breit, ein Hoch auf die fünfte Jahreszeit“: Das Sessionsmotto des Rüdershäuser Carneval Clubs (RCC) erfüllen Frohnaturen eindrucksvoll mit Leben. Rund 150 Teilnehmer – und damit noch mehr als in den Vorjahren – ziehen am Rosenmontag mit Themenwagen oder als Fußgruppe durch die Rhumegemeinde. Viele Schaulustige stehen bei Sonnenschein und eisigem Wind an den Straßenrändern und verfolgen aufmerksam das Geschehen.

„Ihr habt euch alle hier reichlich Mühe gegeben“, sagt Präsident und Vorsitzender Joachim Otto, bevor sich die närrische Kolonne in Bewegung setzt. An der Spitze des Zuges winken die Hoheiten Prinz Ralf IV. Beyer und Prinzessin Nongnut I. Beyer sowie das Kinderprinzenpaar Clara I. Sigel und Prinz Eike I. Rathswohl dem Volk zu.

Die Schaulustigen sehen fantasievoll kostümierte Gruppen und kreativ gestaltete Wagen. Piraten schippern mit einem Schiff durch Rüdershausen, Kannibalen erschrecken mit verblüffendem Outfit das Publikum, reizende Engel sind in einem speziellen Express unterwegs. Freche Früchtchen sind ebenso auf den Beinen wie Schornsteinfeger, Hippies und noch weitere originell auftretende Karnevalisten. Immer wieder fliegen Kamellen auf die Straße, die sich Kinder mit flinken Griffen schnappen.

Resonanz haben auch die übrigen Angebote des RCC gefunden, wie Otto am Rande des Zuges berichtet. „Zum Maskenball sind am Sonnabend 180 Leute in die Mehrzweckhalle gekommen, das war super“, so der Vorsitzende rückblickend. Ein Höhepunkt des Abends sei die Ehrung von Katja Kopp für 25-jährige Mitgliedschaft und von Monika Passow für 40-jährige Mitgliedschaft gewesen. 250 Besucher haben nach Ottos Worten am Sonntag viel Spaß beim Tag der kleinen Narren gehabt.

Von Friedrich Schmidt und Axel Artmann

Kalauer vom See-Ufer

Seeburg. „An der Nordseeküste“ schallte es aus 200 Kehlen im Sporthaus der Seegemeinde. Gerd Thiel am Keyboard und Holger Gotthardt an der Gitarre stimmten den bekannten Gassenhauer an. Im Takt wurde mitgeklatscht, die Stimmung war prächtig auf dem Büttenabend des Seeburger Karneval Vereins. „Seeburg Helau“, begrüßten Thomas Goldmann und Dennis Bobbert vom Elferrat das närrische Volk, das stimmgewaltig antwortete. Als Moderatoren führten die beiden durch das Programm.

Kein Auge blieb trocken, als Till Schütte und Patrick Bobbert  in verschiedenen Varianten ihres „tierischen Dinners“ regelmäßig die feine Tafel inklusive Teller und Salat in die Luft sprengten. Und als alljährliches Highlight heimste das Männerballett, diesmal als Blondschopfgarde tituliert, kreischende Jubelrufe ein. Das weibliche Pendant, die „Dancing Mom´s“, entpuppten sich tatsächlich als die Mütter der Sternengarde-Mädchen und boten mit ihrem Sternentanz futuristische Show-Aspekte.

Was ein Vertreter in Seeburg  erleben kann, verriet eine Schmalzlocke in Anzug und Fliege, alias Kerstin Zapfe: „Im Grünewitwenviertel habe ich schon Ärzte und Direktoren vertreten“, brachte der Handlungsreisende die vielschichtige Bedeutung seines Jobs auf den Punkt. Weitere Kalauer aus dem Dorfalltag brachten Florian Soppa in „Wie das Leben so spielt“, Dennis Bobbert und Niklas Müller als „Die beiden Seeburger“ und Alexander Heine als Hicki Hacki auf die Bühne. Themen waren nicht nur die Bauplätze in der Seegemeinde und bekannte Einheimische, es wurde auch politisch: „Ich arbeite für die Regierung - als Steuerzahler“, interpretierte Florian Soppa seine Berufung.

Riesenapplaus gab es für den ersten karnevalistischen Auftritt der Minigarde und ebenso für die akrobatischen Tanzeinlagen der Sternengarde.

Die Grillsaison am Seeburger See hat auch in der Faschingszeit Hochkonjunktur. Draußen vor dem Sporthaus gab es Bratwurst und Pommes, die in den Programmpausen reißenden Absatz fanden.

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©Richter