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Rosenthaler Hof in Westerode bleibt Flüchtlingsquartier

Aufstockung auf bis zu 350 Plätze Rosenthaler Hof in Westerode bleibt Flüchtlingsquartier

Das Hotel Rosenthaler Hof wird mittelfristig Durchgangsunterkunft für Flüchtlinge bleiben, die Zahl der Plätze möglicherweise auf bis zu 350 steigen. Das bestätigt Bernd-Michael Lemmel vom niedersächsischen Innenministerium.

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Ankunft syrischer Flüchtlinge am Rosenthaler Hof.

Quelle: Thiele

Westerode. Beeindruckt zeigte er sich von der Hilfsbereitschaft im Eichsfeld in einer Gesprächsrunde im Rosenthaler Hof mit Vertretern von Behörden, Verbänden und ehrenamtlichen Helfern. Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) will die Treffen regelmäßig fortsetzen.

Zurzeit sind im Rosenthaler Hof, der inzwischen als Außenstelle des Erstaufnahmelagers Friedland betrachtet wird, laut Standortleiter Heinrich Hörnschemeyer knapp 200 Flüchtlinge einquartiert. Die größte Gruppe stellen aktuell Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, gefolgt vom Kosovo und Irak, einige kommen aus Eritrea und Afghanistan. Die Fluktuation ist hoch, nach durchschnittlich fünf bis sechs Wochen werden die Flüchtlinge bis zum Abschluss des Asylverfahrens auf die Kommunen weiterverteilt. Dort fehlen ebenso Kapazitäten wie in den überlaufenden Erstaufnahmeeinrichtungen Braunschweig, Bramsche und Friedland. Mittlerweile hat das Land Niedersachsen, das mit 30 000 Flüchtlingen in diesem Jahr rechnet, mehrere Hotels angemietet und sucht weiter nach Erstaufnahmemöglichkeiten.

Mit dem Eigentümer des Rosenthaler Hofes verhandelt das Land über eine Aufstockung der bislang 250 auf bis zu 350 Plätze. Das wäre durch Bauen im Bestand auch ohne Anbau möglich, ist baurechtlich aber nicht einfach, mit Nutzungsänderungen, Sicherheits- und Brandschutzauflagen verbunden und hängt von der Investitionsbereitschaft des Betreibers ab. „Eine Aufstockung kann es erst geben, wenn alle Fachfragen geklärt sind“, betont Nolte. Auch die Organisation und die Akzeptanz der Bevölkerung spiele eine Rolle.

„Die Unterbringung hat sich eingespielt, die Solidarität im Eichsfeld ist ungebrochen hoch“, sagt Hoteldirektor Eckhard Melz und ist nicht der einzige, der darüber erfreut und erstaunt ist. In der Tennishalle wird ein Spiel- und Sportprogramm angeboten, gut angelaufen sind laut Hans-Georg Osburg die Ärzte-Sprechstunden im Rosenthaler Hof, DRK, Caritas, Kolping, Pfadfinder, Firmlinge und Integrationslotsen bringen sich ein. Es gibt weder Konflikte noch Berührungsängste. Als „unauffällig“ beurteilt Guido Schwarze die Situation aus polizeilicher Sicht.

„Kein Vergleich zu Friedland oder Bramsche“, meint Liridon, der seit drei Wochen im Rosenthaler Hof einquartiert ist und sich dort wohlfühlt: „Das Schlimmste ist, nicht viel zu tun zu haben.“ Der 30-jährige Kosovare hat einen Asylantrag gestellt, weil er in seiner von Korruption, Armut und Arbeitslosigkeit geprägten Heimat keine Perspektive mehr sieht: „Politik und Wirtschaft hängen zusammen“, sagt Liridon. Vor Gewalt und Terror des Islamischen Staates und anderer extremistischer Gruppen in Syrien geflohen sind die Sunnitin Ayla (25) aus Aleppo und der Christ Bassam (44) aus Hamah, der seine Familie nachholen möchte: „In Syrien gibt es keine Zukunft, kein Leben, keine Sicherheit, nur ständige Gefahr und Bedrohung.“

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