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Rüben und Mais sind jetzt an der Reihe

Ernte Rüben und Mais sind jetzt an der Reihe

Das Getreide ist geerntet. Nun dreht sich bei den Ackerbauern alles um Rüben und Mais. Die Zuckerrübenkampagne ist angelaufen. Das Abmähen und Anfahren des Rohstoffes für die Bioenergieanlagen hat begonnen.

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Vier Meter hoch, drei Meter breit: Mit dem Rübenroder des Maschinenrings erntet Adalbert Gerhardy jun. die Feldfrüchte.

Quelle: Lüder

Eichsfeld. Auftakt der Rübenkampagne war am 9. September. Die Zuckerfabriken in Nordstemmen und Schladen haben die ersten Feldfrüchte für die Nordzucker AG angenommen. Im Landkreis Göttingen gibt es 200 Rübenanbauer, davon 70 im Untereichsfeld. Dachorganisation ist der Zuckerrüben-Anbauerverband Südniedersachsen.

Zuständig für die Ernte ist der Maschinenring Göttingen. Er setzt fünf Rübenroder ein. Einer davon, der im Eichsfeld, ist seit zehn Tagen auf Achse. Adalbert Gerhardy jun. koordiniert die Arbeiten im Raum Duderstadt für den Maschinenring. Der Landwirt aus Gieboldehausen löst sich mit  vier weiteren Kollegen als Fahrer auf dem Rübenroder ab.  Am gestrigen Donnerstag war er mit der vier Meter hohen und drei Meter breiten Maschine bei Gieboldehausen im Einsatz. In 24 Stunden können damit 30 Hektar Rüben gerodet werden.

Auch die Maisernte ist in vollem Gange. Auf zahlreichen Feldern stehen nur noch Stoppel. Der Transport des Biorohstoffes in die Biogasanlagen hat begonnen. Mit zunehmendem landwirtschaftlichen Verkehr ist daher in den nächsten Tagen und Wochen zu rechnen.

Dass durch den Anbau von Mais eine Verbuschung der Landschaft eingetreten sei, dem widersprechen Kreislandwirt und Landvolkvorsitzender Hubert Kellner sowie Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner. Sie verweisen auf eine jüngste Erhebung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, wonach im Landkreis Göttingen 9,8 Prozent der Ackerfläche für den Anbau von Silo- und Körnermais genutzt wird.

„Natürlich kommt ein anderes Bild in die Feldmark, gerade auch in der Nähe von Biogasanlagen“, räumt  Kreislandwirt Kellner ein, der selbst eine Anlage mit Mais beliefert. Doch eine „Vermaisung der Landwirtschaft“ wie sie in der Region Vechta und Cloppenburg zu beobachten sei, wo 60 bis 70 Prozent angebaut würden, käme hier nicht in Frage. „Niedersachsen ist nicht Weser-Ems“, sagt Hübner, „das will ich nicht.“

Werner Wille von der Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer  in Northeim nennt Zahlen in punkto Ackerflächen im Landkreis Göttingen. Den größten Anteil der beackerten Flächen nimmt mit 36,4 Prozent der Winter- und Sommerweizen ein, gefolgt von Winter- und Sommerraps (19 Prozent) sowie Winter und Sommergerste (18,2). Zuckerrüben werden auf sechs Prozent der Flächen angebaut, Ackerfutter auf 3,6, Hafer auf 1,3 und Triticale auf 0,9 Prozent.

Insgesamt werden im Landkreis Göttingen 59 104 Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt. Die Ackerfläche beträgt 50 173 Hektar, Grünflächen nehmen 8565 Hektar und sonstige Flächen 366 Hektar ein.

Wie Kellner und Hübner, befürwortet auch Wille die Gewinnung von Energie in Biogasanlagen und sieht dadurch den Kreislauf in der Natur bestätigt. Eine Biogasanlage könnte man sich auch als „Kuh aus Beton“ vorstellen, erläutert  Wille. „Mit den unter der Sonne gediehenen Maispflanzen füttern wir die Bakterien in den Gärbehältern der Biogasanlagen. Mit der vergorenen Masse wird Energie erzeugt.“

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Kaum ist die Biogasanlage am Wartbergkreisel im Sommer fertiggestellt worden, wird sie auch schon wieder erweitert. Das sagt Joachim Hübner, Sprecher des Betreibers Biogas Göttingen GmbH und Geschäftsführer des Landvolks Göttingen.

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©Richter