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Rückzug aus Germershausen?

Augustinerorden Rückzug aus Germershausen?

Die Lage des Augustiner-Ordens ist ernst. Im Jahr 2011 werden 54 der 84 Brüder in Deutschland älter als 65 Jahre alt sein. Einige der elf Standorte müssen geschlossen werden. „Auch das Kloster in Germershausen steht auf unserer Fragezeichen-Liste“, betont das deutsche Ordensoberhaupt, Provinzial Pater Raimund Klinke.

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Beraten Situation des Ordens: Augustiner in Germershausen. 

Quelle: Hellmold

Pater Raimund äußerte sich gestern im Eichsfelder Wallfahrtsort zur Situation. 42 Augustiner haben seit Montag in der Bildungsstätte St. Martin über die Zukunft debattiert.

„Die Auslastung der Bildungsstätte liegt bei 50 Prozent, mindestens 75 Prozent müssten es sein“, meint das Ordensoberhaupt. Die Diözese Hildesheim als Betreiberin der Einrichtung untersuche die Situation. Angesichts der unsicheren Zukunft müssten die Augustiner prüfen, ob sie dort weiter den Leiter stellen könnten. Beim nächsten Treffen, dem Provinzkapitel im Jahr 2011, wolle der Orden erste Standort-Entscheidungen treffen. Bis dahin sei alles offen, so der Provinzial.

Eine sichere Zukunft hat das Kloster in Würzburg. Dort befindet sich die ordenseigene Pflegestation, die mit elf Brüdern belegt ist. Von den insgesamt 24 Augustinern in Würzburg sind 21 älter als 70 Jahre. „Wenn ich den Brüdern erzähle, dass die ersten meiner Klassenkameraden Großväter geworden sind, schauen sie mich, den Kleinen, ungläubig an“, so Pater Raimund (55). 

„Neben der Pflegeeinrichtung steht alles andere zur Diskussion“, meint der Provinzial trocken. Ein Schwerpunkt der Arbeit seien seit der Gründung des Ordens im 13. Jahrhundert seelsorgerische Aufgaben in den Städten. In Würzburg betreibe der Orden zum Beispiel einen Gesprächsladen, ein Beratungszentrum mit Priester. Weitere Arbeitsfelder: die Betreuung von Wallfahrtskirchen, etwa der in Germershausen, sowie Bildung und Wissenschaft. So würde der Orden ein renommiertes Augustinus-Lexikon herausgeben. 

„Derzeit steht die Schließung unseres Internats in der Oberpfalz an“, sagt der Provinzial. Die Trennung von solchen Einrichtungen sei schmerzhaft. Als Leiter räume er der Trauer Raum ein. Einen gewissen Trost biete die Geschichte. Zwei schwere Krisen habe der Orden bereits überlebt. Reformator Martin Luther sei Augustiner gewesen. Viele Brüder hätten sich ihm damals angeschlossen. Ein zweiter harter Schlag habe Anfang des 19. Jahrhunderts die Säkularisation bedeutet, die Einziehung des Klosterbesitzes durch den Staat. Einer der Rückzugsorte sei damals Germershausen gewesen.

Von Michael Caspar

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