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Sabotage im Maisfeld

Polizei eingeschaltet Sabotage im Maisfeld

Die Polizei in Gieboldehausen ermittelt in einem Fall von Ernte-Sabotage: Mehr als 20 000 Euro Schaden sind einem Lohnunternehmer beim Maishäckseln in der Gemarkung Wollbrandshausen entstanden, weil Unbekannte eine Mutter aus Metall mit einem Klebeband an einen Pflanzenstängel befestigt haben.

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Am Häcksler: Achim Hübner vom Landvolk und die Polizisten Frank Maas und Otto Moneke (v.l.) begutachten das Schneidwerk.

Quelle: Lüder

Gieboldehausen. Beim Anhängseln wurden dadurch das Trommelgehäuse des Ackergerätes und die Messer des Schneidwerks erheblich beschädigt.

Noch weitaus Schlimmeres hätte passieren können. Davon gehen auch Otto Moneke, Chef des Polizeikommissariats Duderstadt, und Frank Maas, Leiter der Polizeidienststelle Gieboldehausen, nach einem Gespräch am Freitag mit dem betroffenen Unternehmer Bernhard Dörhage sowie Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolkverbandes Göttingen, aus. Deren Schilderung zufolge ereignete sich der Sabotageschaden am vergangenen Sonnabend gegen 11 Uhr in der Gemarkung Im Tiefental bei Wollbrandshausen. „Es hätte sogar Tote geben können“, erhebt Landwirt Dörhage, dessen Häcksler während des Vorfalls von einem seiner Mitarbeiter gesteuert wurde, schwere Vorwürfe gegen den oder die Täter. Durch herumfliegende Metallstücke, darunter die messerscharfen Teile des 10-Reiher-Schneidwerks, hätten Menschen „regelrecht erschossen“ werden können, meint Dörhage. Denn mit einer Geschwindigkeit bis zu 200 Kilometer pro Stunde schieße das Häckselgut aus dem Turmauswurf auf den nebenher fahrenden Anhänger, der von einem Traktor gezogen wird.

„Wir gehen davon aus, dass sich der Anschlag nicht gegen einen einzelnen Landwirt oder einen Betrieb, sondern gegen die Maisernte allgemein richtet“, stimmt Polizeichef Moneke mit  Dienststellenleiter Maas überein. Über das Motiv – möglicherweise eine Abneigung gegenüber Maisanbau oder Energiegewinnung in Biogasanlagen, könne nur spekuliert werden, so die Beamten. Es werde nun wegen Sachbeschädigung ermittelt.

Mit Sicherheit anzunehmen sei, dass sich der oder die Täter mit dem Thema Maishäckseln und Häcksler auskennen, so die Polizei und die Landwirte. Bei dem Metallteil, dass von der Polizei sichergestellt wurde, handelt es sich um ein Material, dass von einem speziellen Sensor vor der Ankunft des Häckslerguts im Trommelgehäuse nicht erkannt wurde. Normalerweise stoppt das Ackergerät schon, wenn nur ein Kronkorken auf die Sensoren trifft.

Vier ähnlich gelagerte Fälle hat es nach Angaben der Polizei im Raum Südniedersachsen im vergangenen Jahr gegeben. Einen im Bereich Gieboldehausen, einen im Raum Friedland und zwei im Landkreis Northeim. „Von den Lohnunternehmen und Betreibern der Biogasanlagen ist eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt worden“, erläuterte  Landvolk-Geschäftsführer Hübner.

Hinweise nimmt die Polizei in Gieboldehausen, Telefon 0 55 28/ 20 54 570, entgegen.

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