Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Samtgemeinde erwägt Sitzungssaal-Verlegung

Kosten für Aufzug und Umzug Samtgemeinde erwägt Sitzungssaal-Verlegung

Manch einem mögen sie wie die Stufen zum Schafott vorkommen: 56 Stufen führen im Gieboldehäuser Rathaus über drei Etagen und zwei Zwischengeschosse zum Sitzungssaal im Dachgeschoss.

Gieboldehausen. Das ist alles andere als barrierefrei und nicht nur eine Herausforderung für die nicht jünger werdenden und nicht selten nach Erklimmen des steilen Treppenhauses schnaufenden Kommunalpolitiker, sondern auch für Bürger, die Rats- und Ausschusssitzungen besuchen wollen. Jetzt denkt die Samtgemeindeverwaltung darüber nach, den Sitzungssaal in die ehemaligen Post-Räume im ebenerdigen Rathausanbau zu verlegen.

Inzwischen liegt eine Kostenschätzung über rund 75 000 Euro für die Verlegung des Sitzungssaales vor. Nach Beratung in den Fraktionen soll eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werden – unter den Veluxfenstern im alten Sitzungssaal. Für den Einbau eines Aufzuges mit Anschluss an alle Etagen des Verwaltungssitzes wurden schon zuvor vergleichende Kostenschätzungen eingeholt. Die bewegen sich allerdings in einer Größenordnung von rund 140 000 Euro.
Eigentlich kann die Samtgemeinde glücklich sein, dass zumeist nur wenige Bürger den öffentlichen Sitzungen beiwohnen. Mit Kinderwagen oder Handicap bleibt der Sitzungssaal unerreichbar. Ein Rollifahrer müsste die Stufen hoch- und runtergetragen werden – gegebenfalls auch noch einmal während der Sitzung, da es im Dachgeschoss keine behindertengerechte Toilette gibt. „Wir haben den am schwersten zu erreichenden Sitzungssaal im gesamten Landkreis Göttingen“, sprach sich SPD-Ratsherr Otmar Pfeifenbring, der auch Vorsitzender des Sozialverbandes Gieboldehausen ist, im Finanzausschuss für einen Umzug aus.

Seit dem Bau des neuen Zustellstützpunktes im Gewerbegebiet und Auszug der Post aus dem Rathaus vor einigen Jahren bemüht sich die Samtgemeinde vergeblich, Nachmieter für die verwaisten Räume zu finden. Sie werden allenfalls für Fundsachen-Versteigerungen genutzt. Die Pläne, dort eine Außenstelle für Kfz-Zulassungen einzurichten, haben sich zerschlagen.
Mit dem status quo der Ratssitzungen unter dem Dach lebt die Samtgemeinde bereits seit ihrer Gründung in den frühen 70er-Jahren. Der damaligen Verwaltungsreform hat sie auch den verwinkelten Rathaus-Funktionsbau zu verdanken, der seit Jahren schrittweise modernisiert wird. Im Erdgeschoss wurde vor einigen Jahren ein Bürgerbüro eingerichtet, das die anachronistische Pförtner-Loge ersetzt hat.

Auch das Treppenhaus wurde schon einer Verjüngungskur unterzogen: Die Holzverkleidung musste aus Brandschutzgründen abgenommen und neue Fenster eingesetzt werden. Im Sitzungssaal sind immerhin die nach Jahrzehnten durchgesessenen Polsterstühle durch ergonomische Sitzgelegenheiten ersetzt worden. Ansonsten ist es dort nach wie vor im Sommer sehr heiß, im Winter fallen hohe Heizkosten an, und gegen die Schrägfenster prasselnder Regen stört die Sitzungen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Duderstadt
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter