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Satire-Ehepaar Edgar und Irmi aus Bayern in Gieboldehausen

Edgar und Irmi spotten Satire-Ehepaar Edgar und Irmi aus Bayern in Gieboldehausen

Überspitzen, übertreiben und damit den Kern der Sache treffen – wenn Satire das kann, ist sie gut. Noch besser ist sie, wenn dem Publikum ab und an das Lachen im Halse stecken bleibt und  es in der Pause anfängt, zu diskutieren. So gesehen begeisterte das Polit- und Gesellschaftskabarett in fränkischer Mundart am Freitagabend seine mehr als einhundert Gäste im ausverkauften katholischen Pfarrheim in Gieboldehausen.

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Große Politik am Küchentisch: Irmi und Edgar.

Quelle: Schauenberg

Gieboldehausen. In „Deutschland, Achtung Baustelle!“ nahmen Wolfgang und Silvia Klösel, alias Edgar und Irmi, so ziemlich alles aufs Korn: von Alexander Dobrindt und der PKW-Maut, über die angeblichen Fähigkeiten der Verteidigungsministerin und, ganz aktuell, die Angst vor Überfremdung und Islamisierung des Abendlandes.

Auch die katholische Kirche bekam ihr Fett weg. Eingeladen hatte der Heimat- und Verkehrsverein, der mit dem Mundart-Experiment ins Schwarze getroffen hatte.

„Die NSA überwacht uns schon gar nicht mehr, weil sie uns sowieso nicht versteht“, witzelte Edgar, der dem Publikum Kulturinteresse bescheinigte: „Wir sind in Gieboldehausen. Es hätte schlimmer kommen können.“ Das überwiegend ältere Publikum bewies anschließend, dass es über sich selbst lachen konnte. So manche Gags wären Jüngeren vielleicht unverständlich geblieben:

Anspielungen auf Fernsehfiguren der 60er Jahre oder die hintersinnige Andeutung, das einige wohl nicht den Unterschied zwischen „33 und 45“ begriffen hätten. Gemeint waren außer den Jahreszahlen auch die ehemals unterschiedlichen Abspielgeschwindigkeiten von Langspielplatte und Single.

Dargeboten wurde alles nach einem Muster, das seit den Zeiten der Fernsehfamilie Tetzlaff funktioniert: Ein Ehepaar diskutiert am Küchentisch mit (Boulevard-) Zeitung die Probleme der großen Politik und der unmittelbaren Nachbarschaft.

„Ein schöner, unterhaltsamer Abend“, so die Einschätzung einiger Besucher, auch wenn manchem die bösen Übertreibungen etwas zu weit zu gehen schienen. „Satire darf das“, urteilte dagegen Friedhelm Döring aus Wollbrandshausen. „Für mich ist dieser Abend eine absolut positive Überraschung“, meinte auch Lothar Laake aus Gieboldehausen.

„Solche Veranstaltungen darf es hier gerne öfter geben.“ Für das Duo aus der bayrischen Rhön war der erste Auftritt in Niedersachsen ein Erfolg. Hauptberuflich sind die beiden Künstler Musiker und Schauspieler; Wolfgang Klösel arbeitet als Lehrer an einer Musikschule und ist mit verschiedenen Jazz- und Latinobands unterwegs, seine Frau Silvia steht als Schauspielerin und Sängerin auf der Bühne.

Vielleicht werden die Beiden, die bereits einen lokalen Comedypreis erhalten haben, bald öfter auf  verschiedenen Bühnen der Region zu sehen sein.

Von Birgit Freudenthal

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