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Sauftour in Walpurgisnacht endet vor Amtsgericht

Prügelnde Brüder zu 12 und 13 Monaten verurteilt Sauftour in Walpurgisnacht endet vor Amtsgericht

Obwohl sich keiner der Beteiligten mehr vollständig an die Ereignisse der Walpurgisnacht erinnern kann, wird der Abend zumindest zwei Männern, die im Duderstädter Backsteinhaus den Maisprung gefeiert hatten, dauerhaft in Erinnerung bleiben.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Duderstadt. Wegen gefährlicher Körperverletzung sind die heute 20- und 21-jährigen Brüder zu Strafen von einem Jahr respektive 13 Monaten Jugend- beziehungsweise Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt.
Alle Beteiligten, sowohl die Angeklagten als auch das Opfer und zwei weitere Personen, die an dem Vorfall beteiligt waren, hatten an diesem Abend getrunken.

Wie viel Alkohol geflossen ist, ließ sich während der Verhandlung, die gestern unter dem Vorsitz von Richter Michael Pietzek am Amtsgericht abgehalten wurde, nicht klären. Eine verminderte Schuldfähigkeit sah Pietzek aber nicht gegeben. 

Der jüngere Angeklagte selbst will hingegen so betrunken gewesen sein, dass er sich nach einer Maisprungparty auf das Pflaster vor den öffentlichen Toiletten am Durchgang von der Stadtmauer zur Marktstraße legte. Dort sei der Betrunkene angepöbelt worden. Bei der Bezeichnung als „Hurensohn“, so schilderte es eine Zeugin, sei der am Boden liegende Angeklagte aufgesprungen und habe das Opfer rücklings angesprungen. „Mag er irgendeinen Spruch gemacht haben“, urteilte Pietzek, „das spielt letztlich keine Geige“.

Gebrochenen Nase, Prellungen, Quetschungen und Schürfwunden

Den Angriff von hinten bestätigte auch das 35 Jahre alte Opfer. Der Mann sagte allerdings aus, keinen der Täter verbal angegriffen zu haben.  Er sei unvermittelt auf den Boden geschleudert und mit Fausthieben und Tritten malträtiert worden. Eine weibliche Person habe versucht, ihre prügelnden Freunde zu beschwichtigen – allerdings ohne Erfolg.

Mit einer gebrochenen Nase, Prellungen, Quetschungen und Schürfwunden habe er sich nach Hause geflüchtet und von dort aus die Polizei gerufen. Seiner Version schenkte das Gericht Glauben. Um dem Opfer eine Entschädigung zukommen zu lassen, hat es die Initiative „Ausgleich“ eingeschaltet und eine Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 2200 Euro angeregt.

Ein weiteres Opfer soll ebenfalls entschädigt werden, denn wenige Wochen nach der Tat, beim Frühlingsfest auf dem Duderstädter Schützenplatz, soll es zu einer weiteren Prügelei gekommen sein, wegen der der ältere der Brüder angezeigt worden war. Die dazu geladenen Zeugen lieferten allerdings eine vollkommen nebulöse Darstellung der Ereignisse ab.

Gründe und Ablauf nicht zu klären

Vor dem Autoscooter gab es eine Schlägerei, aus der das Opfer mit einer Verletzung am Auge herausgegangen ist. So viel ist sicher. Gründe und Ablauf aber konnte das Gericht nicht klären. Ein weiteres Zusammentreffen der Brüder mit dem zweiten Opfer in derselben Nacht – hier endete der Streit mit drei ausgeschlagenen Zähnen – ließ das Gericht vollständig außen vor, da das Opfer die Tat nicht angezeigt hatte. Stattdessen habe man weitergetrunken. 

Da beide Angeklagten dem Gericht keine Unbekannten waren, appellierte Pietzek an sie, endlich Schluss zu machen mit dem Alkohol und dem Ärger, den es bei den Sauftouren immer wieder gebe. Beide Brüder haben aufgrund von Randaletouren durch die Stadt und Beleidigungen Erfahrungen mit Arrest, suchttherapeutischer Behandlung und Arbeitsstunden. Letztere kommen auch jetzt wieder auf sie zu: Dem Jüngeren blühen 150 Stunden, dem Älteren 200 Stunden Arbeit.

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©Richter