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Schäfer Torsten Bodmann aus Wollbrandshausen zieht Vierlinge groß

„Eine absolute Seltenheit“ Schäfer Torsten Bodmann aus Wollbrandshausen zieht Vierlinge groß

Bei diesem Anblick läuft jedem Gourmet das Wasser im Mund zusammen: süße, leckere Osterlämmer. Und davon gleich vier Stück stehen in der kleinen Scheune von Schäfer Torsten Bodmann aus Wollbrandshausen. Als Osterbraten werden die neugeborenen Vierlinge, die der 48-Jährige nun großzieht, jedoch zunächst nicht enden, versichert Bodmann.

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Tollen munter im Garten umher: die niedlichen Vierlinge von Schäfer Torsten Bodmann aus Wollbrandshausen.

Quelle: Schauenberg

Wollbrandshausen. Als er den gewaltigen Bauchumfang der trächtigen Mutter, einem dreijährigen Tiroler Bergschaf, kurz vor der Geburt sah, hatte Bodmann mit Drillingen gerechnet. „Vierlinge sind eine Überraschung. Das passiert in meinem Stall erst zum zweiten Mal in 15 Jahren und ist eine absolute Seltenheit. Es lag wohl am guten Futter“, sagt der Wollbrandshäuser. Namen haben die vier niedlichen Lämmchen, deren Vater ein Suffolk-Bock ist, nicht. „Bei einer Herde von 40 Tieren könnte ich mir die ganzen Namen doch gar nicht merken“, begründet Bodman lachend.

Dreimal in der Nacht muss der bescheidene Schäfer seitdem aus den Federn. Er sieht bei den Kleinen nach dem Rechten und gibt einem Lamm die Flasche. „Ein gutes Mutterschaf schafft es nur, drei Junge großzuziehen. Daher muss ich dem Vierten helfen“, erklärt Bodmann. Zuckerrüben, Äpfel und Mineralfutter müssen zubereitet werden, außerdem gehört bald regelmäßiges Scheren zum Pflichtprogramm. „Es macht jede Menge Arbeit und ist teuer. Schäfer sind deshalb nicht scharf auf Vierlinge. Zwillinge hätten auch gereicht.“

Das Quartett – je zwei Weibchen und Männchen – erfreut sich dank der guten Pflege bester Gesundheit. Mit Bodmanns zwei verschmusten Katzen, die ständig durch das Stroh im Stall wuseln, haben sie bereits Freundschaft geschlossen. Ein Border-Collie-Duo beschützt die Herde – zur Not auch vor dem im Eichsfeld gesichteten Wolf. „Der macht mir aber keine Angst. Hier gibt es, denke ich, nicht genug Wald, damit er lang bleibt“, betont Bodmann.

Zwei Lämmer will der naturverbundene Schäfer behalten. „Ich hänge dran, wenn ich sie mit der Flasche aufziehe“, so Bodmann. Die anderen beiden werden nach 120 bis 150 Tagen an den Schlachter verkauft und landen als Lammkeulen auf dem Teller.

Von Rupert Fabig

Vierlinge: Nur einmal auf 500 Geburten
Zwillinge sind die Regel, Drillinge kommen häufig vor, aber Vierlinge „nur einmal auf 500 Geburten“, schätzt Carina Helmer, Assistenzärztin und Schafsexpertin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Mit einer verstärkten Fütterung zur Brunftzeit können Schäfer die Chance erhöhen, dass ihr Schaf mehr Lämmer wirft. „Solche Extremfälle sind aber meistens genetisch bedingt und eine Laune der Natur“, sagt Helmer. fab
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