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Schmerzlinderung bei Kniearthrose

Ottobock Schmerzlinderung bei Kniearthrose

Mit 101 frischen Ideen haben sich Firmen um den Innovationspreis 2015 des Landkreises Göttingen geworben. Wir stellen die Teilnehmer und ihre Beiträge vor. Heute: Ottobock.

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Die Agilium Freestep Orthese.

Quelle: Oliver Thiele

Duderstadt. Der Knorpel schwindet, Knochen beginnt schmerzhaft auf Knochen zu drücken. Zwölf Millionen Deutsche leiden unter Arthrose am Knie. Das Duderstädter Unternehmen Ottobock hat ein Hilfsmittel auf den Markt gebracht, das die auf das Knie wirkenden Kräfte verlagert.

Mit dem Schuh zusammen getragen

„Die von einem unserer Mitarbeiter im Göttinger Kompetenzzentrum, Heiko Drewitz (44), erfundene Orthese setzt am Fuß an“, erläutert der zuständige Produktmanager bei Ottobock, Dirk Vinke (49). Agilium Freestep werde mit dem Schuh zusammen getragen und sei so leicht anzulegen. Die bisherigen Orthesen würden am Knie getragen. Sie verrutschen aufgrund der Form des Oberschenkels leicht.

Eine andere Ursache neben dem Verschleiß sei eine übermäßige Belastung der Gelenke, etwa aufgrund von Übergewicht, sagt Dr. Hartmut Stinus (56) aus Northeim, der unter anderem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist. Auch Fehlhaltungen oder Rheuma könnten zu Arthrose führen.

„Krankengymnastik stärkt die Muskulatur und verbessert die Beweglichkeit des Kniegelenks“, führt Stinus aus. Einmal geschädigter Knorpel lasse sich allerdings nicht wieder herstellen.

Operationen vermeiden

Stinus hat Agilium Freestep bereits bei Patienten eingesetzt und konnte so eine Operation zum Einsetzen eines künstlichen Gelenks vermeiden. „Die Orthese überbrückt das Sprunggelenk und beeinflusst die Abrollbewegung des Fußes während des Gehens“, erläutert er. Dadurch würden die Kräfte, die auf das Knie wirkten, verschoben. Das entlaste das Kniegelenk. Die Schmerzen ließen nach.

In Deutschland ist das Produkt, das vom Arzt verschrieben und von einem Sanitätshaus individuell angepasst wird, seit vergangenem Jahr erhältlich. „Der Markt nimmt dieses neue Konzept sehr gut an“, sagt Vinke. Demnächst soll es auch in anderen europäischen Ländern verkauft werden.

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