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Schüler des Eichsfeld-Gymnasiums fahren ohne Lehrer an die Nordsee

Auf Klassenfahrt mit Eltern Schüler des Eichsfeld-Gymnasiums fahren ohne Lehrer an die Nordsee

Erstmals haben Eltern von Schülern des Eichsfeld-Gymnasiums (EGD) selbst Klassenfahrten organisiert und begleitet. Der Klassenfahrtenboykott von Gymnasiallehrern im Streit mit dem Land um Mehrarbeit dauert an.

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Eltern und EGD-Schüler auf Klassenfahrt in Cuxhaven.

Quelle: EF

Duderstadt. Schüler der Klasse 7e, Teilnehmer der ersten privaten Klassenfahrt, fuhren so nach Cuxhaven, einschließlich  Schifffahrt zu den Seehundsbänken. Sie verbrachten vier Tage am Meer, unter anderem mit Wattwanderung und Zugfahrt nach Bremerhaven ins Klimahaus. Die 7a fuhr mit Elternbegleitung  nach Hohegeiß und verbrachte dort drei Erlebnistage.

Nachdem Lehrer an Gymnasien die Durchführung von Klassenfahrten, soweit es sich nicht um Schüleraustausch oder Kursfahrten handele, ausgesetzt hätten, müssten Schüler auf ein solches Erlebnis verzichten, beklagt der Elternvorsitzende der 7e, Bernd Leonhard. Da die Kultusministerin den Gymnasiallehrern eine zusätzliche Unterrichtswochenstunde verordnete, hätten Lehrer „freiwillige Leistungen“ in Form von Klassenfahrten bis auf weiteres eingestellt. Leonhard und der Elternvorsitzende der 7a, Michael Osburg, wollten sich damit nicht so ohne weiteres abfinden. Da eine solche Fahrt ohne Lehrer als privat gilt, kam nur ein Zeitraum außerhalb des Schulunterrichts in Betracht. In beiden Klassen gab es von den Eltern laut Leonhard fast ausnahmslos Unterstützung, eine solche Fahrt durchzuführen.

Es sei zweifellos nicht das Modell der Zukunft, dass anstatt der Lehrer die Eltern die Klassenfahrten organisierten und durchführten, erklärte Leonhard, der auch stellvertretender Schulelternratsvorsitzender ist. „So hoffen wir denn auch, dass in der Auseinandersetzung zwischen den Gymnasiallehrern und dem Kultusministerium baldmöglichst eine Einigung herbeigeführt wird und die Lehrer zu ihrer Bereitschaft, die Klassenfahrten wieder selbst durchzuführen, zurückkehren werden.“ Der Schulelternrat unterstütze die Anliegen der Lehrer – nicht zuletzt, weil man sich nicht vorstellen könne, auf Dauer mit dem Entfall der Klassenfahrten zu leben.   

Seit der Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer durch Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) gibt es Proteste von Lehrern und Schülern. Die Personalräte der Gymnasien des Bezirks Braunschweig-Süd halten an ihrer im März verabschiedeten Resolution fest, in der unter anderem die Rücknahme der Arbeitszeiterhöhung, Umsetzung zugesicherter Altersermäßigung und angemessene Ausstattung gefordert wird. Ende April hatten nach Angaben des Landesschülerrates rund 10 000 Gymnasiasten in ganz Niedersachsen gegen den Lehrerboykott von Klassenfahrten protestiert.

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©Richter