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Schüler versorgen Bienenvölker der KGS Gieboldehausen

Honig vom Pausenhof Schüler versorgen Bienenvölker der KGS Gieboldehausen

Dafür, dass drei Schwärme – zwei aus Bienen und einer aus Siebtklässlern – auf dem Innenhof zusammentreffen, ist es erstaunlich ruhig. Die Schüler der Klasse 7b der Kooperativen Gesamtschule Gieboldehausen sind den Umgang mit den Tieren gewöhnt und verhalten sich ruhig.

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Kontrollieren die Winterbrut: Schulzweigleiter Christian Böker und die Klasse 7b der Kooperativen Gesamtschule Gieboldehausen.

Quelle: Richter

Gieboldehausen. Die Bienen sind derweil fast ausschließlich in ihren Stöcken beschäftigt – das geschäftige Summen des Sommers ist den Wintervorbereitungen gewichen. Das Bienenjahr neigt sich dem Ende zu, das Schuljahr hat gerade begonnen. Und doch teilen sich Kinder und Insekten eine Schule, ohne dass es zu Konflikten kommt – ein aus mehreren Gründen besonderes Projekt.

Initiiert hat es Christian Böker, Schulzweigleiter der Haupt- und Realschule. Das war 2011, und nicht wenige Schüler hatten vor den zwei Bienenvölkern anfänglich ziemliche Angst. Der Hobbyimker hatte Geduld und arbeitete drei Jahre mit Bienen und Schülern.

Das Ergebnis: eine reiche Honigernte, ein Beitrag zum Natur- und Artenschutz sowie unlängst eine Auszeichnung zur Umweltschule bei nur zwei gestochenen Schülern in drei Jahren – eine gute Bilanz.

Auszeichnung zur Umweltschule

Heute kommen Schüler aller Jahrgänge freiwillig zu Böker, um sich die Bienen zeigen zu lassen. Auch wenn das Projekt für die Auszeichnung zur Umweltschule abgeschlossen ist, bleiben sich Schüler und Bienen erhalten: „Sie sind fest in den Biologieunterricht integriert und bleiben natürlich Bestandteil unserer Schule“, sagt Böker.

Auch Carla Koch, didaktische Leiterin der KGS, will am summenden Klassenzimmer festhalten: „Was man kennt, lernt man zu schätzen“. Das trifft auch auf Kimberly zu, die sich an diesem Tag wie ihre Mitschüler mit großer Selbstverständlichkeit von hunderten von Bienen umfliegen lässt. „Ich hatte früher Angst vor Bienen. Aber nur, bis sie das erste Mal auf mir rumgekrabbelt sind ohne auch nur einmal zu stechen.“

Heute kontrollieren sie und ihre Mitschüler die Winterbrut in den Waben. Während Arbeiterinnen, die im Sommer schlüpfen, nach spätestens sechs Wochen sterben, leben Winterbienen rund ein halbes Jahr, das sie fast ausschließlich im Stock verbringen. So sichert sich jedes Volk einen möglichst erfolgreichen Start in den Frühling.

Dämpfe gegen Milben

Leider ist die westliche Honigbiene dafür mittlerweile auch auf den Menschen angewiesen. Grund dafür ist die Varroa-Milbe, die vor allem die Brut angreift und ein Volk in zwei bis drei Jahren vernichten würde. Damit das den beiden Schulhof-Schwärmen nicht passiert, legen die Schüler mit Thymol und Eucalyptusöl imprägnierte Streifen aus, deren Dämpfe die Milben vertreiben sollen.

Ohne diese Prozedur würde das fast überall auf der Welt beobachtete Bienensterben noch schneller voranschreiten – mit verheerenden Folgen für die Menschheit, da rund 40 Prozent der Nahrungsmittelproduktion von der Bestäubungsleistung der Bienen abhängig sind. Vielen Menschen, die keinen unmittelbaren Bezug zur Imkerei haben, ist diese Gefahr nicht bewusst.

Schulhof-Bienen könnten daran langfristig etwas ändern – nicht zuletzt deshalb wünschen sich Böker und Koch, dass die ungewöhnliche Projektidee auch von anderen Schulen  aufgegriffen wird.

von Jonas Rohde

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