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Schüler von Johannes Krebs begeistern Zuhörer im Rathaus

Meisterklasse am Cello Schüler von Johannes Krebs begeistern Zuhörer im Rathaus

Bereits zum dritten Mal hat der Bremer Cellist Johannes Krebs einen Meisterkurs im Ursulinenkloster gegeben. Zum Abschluss der lehrreichen Tage für die internationalen Teilnehmer wurde im Duderstädter Rathaus der Öffentlichkeit ein Konzert präsentiert, das reizvolle Einblicke in die Vielfalt des Cellos gab.

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Erntet mit seinem Adagio von Händel viel Beifall: David Germann (Cello) begleitet am Flügel von Lydia Hammerbacher.

Quelle: Richter

Duderstadt. „Man lernt nie aus. Wir Musiker müssen uns ein Leben lang weiterbilden“, erklärte Krebs, der auch an der Bremer Hochschule für Künste unterrichtet. Diese Aussage hatten sich die Kursteilnehmer scheinbar zu Herzen genommen, die ihrem jeweiligen Alter entsprechend einen hohen Qualitätsstandard an ihrem Instrument bewiesen, jedoch alle gleichermaßen den Wunsch hegten, musikalisch weiterzukommen.

Den Konzert-Auftakt gab der 15-jährige Valentin Engel aus Kiel mit dem ersten Satz der Sonate e-Moll von Johannes Brahms. Ihm folgte der jüngste Teilnehmer des Meisterkurses: David Germann ist erst zehn Jahre alt, erntete aber ebenfalls viel Beifall für sein Adagio von Georg Friedrich Händel. Der Duderstädter Karsten Heckhausen ist Musiklehrer für Cello und Gitarre und wählte das jüdische Lied „Prayer“ von Ernest Bloch als seinen Konzert-Beitrag aus.

Der Armenier Zherar Yuzengidzhyan spielt bereits vertretungsweise im Göttinger Symphonie Orchester Violoncello und hat sich für die Simulation einer Aufnahmeprüfung entschieden. „Ein Ausschnitt aus dem Cello-Konzert in D-Dur von Joseph Haydn wird bei Orchesterprüfungen immer abgefragt, dazu ein Stück aus der Romantik“, erklärte Krebs. Der 29-jährige Yuzengidzhyan hatte nach Haydn einen Auszug aus Robert Schumanns Cellokonzert a-Moll gewählt und hätte mit seiner emotionsgeladenen Interpretation wohl jede Aufnahmeprüfung bestanden, meinten die begeisterten Zuhörer.

Die erst 17-jährige Miriam Göbel aus Hannover bewies mit dem Cellokonzert e-Moll von Edward Elgar ebenfalls eine Tiefe in der Interpretation, die über bloße Technik hinausging. Zum Abschluss gab es nochmal das gesamte Cellokonzert a-Moll von Schumann zu hören, und zwar von dem professionellen Musiker Jan Trost, Absolvent der Münchner Musikhochschule.

Eine weitere Meisterleistung erbrachte Lydia Hammerbacher. Die Pianistin, die wie Krebs an der Hochschule für Künste in Bremen unterrichtet, schaffte es, sich spontan auf jeden Cellisten individuell einzustellen und mit virtuoser Klavierbegleitung den Klangraum intensiv zu erweitern.

Krebs dankte nicht nur der Sparkasse Duderstadt als Sponsor – der Eintritt für das Konzert im historischen Rathaus war kostenfrei – und der Stadt Duderstadt für die Auftrittsmöglichkeit, sondern vor allem den Ursulinen für die freundliche Aufnahme. „Wir konnten Tag und Nacht üben, und die beschwerten sich nicht einmal“, sagte Krebs schmunzelnd. Schwester Ignatia Hartung, stellvertretende Oberin, konterte: „Die Kursteilnehmer sind bei uns angekommen. Diese wunderbare Musik hat uns tief bewegt.“

Von Claudia Nachtwey

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