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Schuldnerberatung der Caritas Duderstadt wird 25 Jahre alt

Feierstunde Schuldnerberatung der Caritas Duderstadt wird 25 Jahre alt

Seit 25 Jahren bietet die Caritas in Duderstadt Menschen Hilfestellung, die in finanzielle Schieflage geraten sind. „Eine klassische Aufgabe der Caritas“, wie Schuldnerberater Thomas Pohl sagt. Aber auch eine, die sich in den vergangenen Jahren gewandelt habe.

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Thomas Pohl

Quelle: EF

Duderstadt. Seit April 1978 seien beim Caritasverband für die Stadt und den Landreis Göttingen unzählige Beratungsgespräche geführt, Gläubiger angeschrieben und – in Ausnahmefällen – finanzielle Beihilfen an die Schuldner gezahlt worden, berichtet Pohl. „Doch eine Gesamtlösung der Schuldenproblematik war nicht möglich“, sagt er. Konkurs anzumelden war Firmenkunden vorbehalten. Dies änderte sich 1999, als die Insolvenzordnung in Kraft trat. „Erstmals konnten auch natürliche Personen Insolvenz anmelden“, so Pohl.

 
Damit veränderte sich auch für die Arbeit des Fachdienstes Schuldner- und Insolvenzberatung der Caritas einiges, denn die Amtsgerichte allein konnten die Aufgaben nicht mehr erfüllen. Der Caritasverband wurde anerkannte Beratungsstelle für die Bereiche der Stadt Duderstadt, der Samtgemeinde Gieboldehausen und der Samtgemeinde Radolfshausen.

 
Mit der Einführung von Arbeitslosengeld I und II entwickelte es sich zudem, dass viele Schuldner kein pfändbares Einkommen mehr hatten: der flexible Nullplan wurde entwickelt. Von nun an konnte das pfändbare Einkommen bei null Euro liegen. Die Einführung des Pfändungsschutzkontos 2010, die  – zumindest theoretische – Möglichkeit der Verkürzung des Insolvenzverfahrens von sechs Jahre  auf drei Jahre 2014 – mit zahlreichen Gesetzesänderungen sah sich die Schuldnerberatung in den vergangenen Jahren konfrontiert.

 
Aber auch mit unterschiedlichen Menschen, die unter ihren Schulden leiden. So sei das Thema innerhalb der älteren Generation ein schambesetztes, berichtet Pohl aus Erfahrung. Kümmere sich jemand nicht rechtzeitig um seine Geldsorgen, werde das Problem aber eher vergrößert als verkleinert.

 
„In den vergangenen Jahren kamen zudem viele Menschen mit psychischen Erkrankungen zu uns“, berichtet Pohl. In solchen Fällen sei die enge Verzahnung der Teilbereiche innerhalb der Caritas hilfreich: Die Schuldnerberatung kann sich beispielsweise mit Kollegen aus der Suchtberatung oder der allgemeinen Ehe- und Lebensberatung austauschen. Konstellationen in Patchwork-Familien und damit einhergehende Unterhaltsverpflichtungen seien ebenso häufig ein Thema wie Schwierigkeiten, die durch Kurzarbeit entstehen. „Rund die Hälfte der Menschen, die zu mir kommen, sind Langzeitarbeitslose“, sagt er. Jeder, der zu ihm komme, ob jung oder alt und aus welchen Gründen auch immer in finanzielle Schwierigkeiten geraten, lerne als erstes, einen Haushaltsplan aufzustellen.

 

Vortrag über Schulden im Alter

 

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Schuldnerberatungsstelle ist zu Freitag, 6. November, eine Feierstunde in den Reihen der Caritas geplant. Um 10.30 Uhr soll ein Fachvortrag unter dem Titel „Demografischer Wandel: Schulden im Alter“ beginnen. Es referiert Antje Braun vom Caritasverband für die Diözese Hildesheim.

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