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Schulpraktika erhöhen Chancen auf Ausbildung

Verantwortung Schulpraktika erhöhen Chancen auf Ausbildung

Die Schüler der Gieboldehäuser Christian-Morgenstern-Schule (CMS)sind zurzeit wieder in Eichsfelder Betrieben unterwegs. „In den achten und neunten Klassen finden berufsorientierte Praktika statt, die zehnten Klassen machen ihr Sozialpraktikum“, erklärt Lehrerin Ellen Sagel, die seit über 30 Jahren die Praktika betreut und vor drei Jahren das Sozialpraktikum an der CMS in die Wege geleitet hat.

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Sehen im Praktikum eine gute Vorbereitung auf den Beruf: Ellen Sagel, Robin Tauber, Werner Jakobi und Berthold Jacobi (v.l.).

Quelle: Lüder

Eichsfeld. Auch ihr Kollege Berthold Jacobi ist seit Jahrzehnten als Wirtschaftslehrer für die Schulpraktika mitverantwortlich. „Unsere Erfahrung zeigt, dass auch Hauptschüler derzeit im Eichsfeld wieder gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben, da überall Fachkräftemangel herrscht“, stellt Jacobi fest. Das bestätigt auch Werner Jakobi, der bei dem Rhumspringer Bauzentrum Schmiedekind die Schulpraktikanten betreut. „Hier in der Firma geht es zu wie auf dem Bahnhof. Waren werden angenommen und einsortiert, andere auf den Weg zum Kunden gebracht. Es kann im Herbst schon kalt und zugig auf dem Hof sein, und man muss mal mit anpacken. Wer will das heute noch?“ fragt er. Aber mit Blick auf seinen Praktikanten ist er zuversichtlich. Robin Tauber absolviert sein Praktikum als Fachlagerist, und ihm machen die Aufgaben im Lager Spaß. „Das ist abwechslungsreich und für ein Praktikum schon verantwortungsvoll“, sagt der 16-Jährige, der nun auf Listen den Wareneingang kontrolliert.

Sagel weiß: „Da hat sich in den letzten Jahren viel getan. Früher durften die Schüler in den Betriebspraktika nur zusehen oder mussten den Hof fegen. Heute geht der Trend in allen Firmen dahin, den Jugendlichen mehr Verantwortung zu überlassen, damit sie einen realistischen Einblick in das Berufsleben erhalten.“

Im Rhumspringer Seniorenheim helfen die beiden Schüler Mohammed Nazli und Kristian Gergenreider in ihrem Sozialpraktikum den Fachkräften bei der Betreuung von Demenzkranken. „Der Umgang mit Alten und Kranken ist für junge Menschen eine neue Erfahrung. Hier wird Wert auf gute Umgangsformen und Hilfsbereitschaft gelegt“, erklärt Pflegedienstleiterin Barbara Tarnowski. Besonders bei der Begegnung mit Demenzkranken seien Wiederholungen, geduldiges und deutliches Ansprechen und andere Hilfeleistungen Grundlagen der Arbeit. Kristian will zwar beruflich eher in die handwerkliche Richtung gehen, „aber hier zu arbeiten, ist eine gute Erfahrung“, findet er. Mohammed kann sich vorstellen, auch einen sozialen Beruf zu wählen.

Korrektes Auftreten und aussagekräftige Bewerbungen, aber auch wichtige Themen wie Unfallverhütung und Jugendarbeitsschutz werden vor den Schulpraktika im Unterricht durchgenommen, betont Berthold Jacobi. Mit Sagel ist er sich einig: „Wenn die Schüler das Praktikum ernst nehmen, erhöhen sich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz deutlich.“

Von Claudia Nachtwey

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