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Schutz für Schöpfungen der Natur

Liste von Naturdenkmalen Schutz für Schöpfungen der Natur

Der von einem prächtigen Baumbestand gekrönte Wall Duderstadts ist ein Wahrzeichen und den Bürgern der Stadt ans Herz gewachsen. Da scheint es natürlich und selbstverständlich, dass die Anlage vom Landkreis Göttingen als Naturdenkmal geführt wird und folgerichtig unter besonderem Schutz steht.

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Baumgruppe in Germershausen: Bis zu 30 Meter hoch sind die Winterlinden, die vor mehr als 100 Jahren an den Kreuzwegstationen um die Wallfahrtskirche gepflanzt wurden.

Quelle: Pförtner

Doch so selbstverständlich ist das nicht – und es wird sich in naher Zukunft ändern. Denn die Untere Naturschutzbehörde des Kreises aktualisiert derzeit ihre Liste der Naturdenkmale nach neuen Kriterien. Das führt unter anderem zu einer Bereinigung der Liste um Naturdenkmale, die durch Blitzschlag, Krankheiten, Baumfrevel oder aus anderen Gründen nicht mehr existieren oder zumindest nicht mehr schützenswert sind.

Es führt aber auch dazu, dass Objekte aus der Liste herausfallen, beispielsweise weil sie nicht Naturdenkmale im Wortsinne sind, sondern vom Menschen erschaffen wurden – wie der Duderstädter Wall. Die historische Verteidigungsanlage ist laut Überlieferung von Baumeister Andreas (Plattdeutsch: Anreischke) errichtet und später mit den Bäumen bepflanzt worden.
Die Entfernung aus der Auflistung der Naturdenkmale bedeutet aber nicht, dass die Wallanlage keinen Schutz mehr genießt. So heißt es in dem Beschlussvorschlag für die künftigen Naturdenkmale zwar: „Der Wall stellt keine Naturschöpfung dar und ist von überwiegend kulturhistorischer Bedeutung.“ Darüber hinaus heißt es aber auch: „Der Baumbestand ist über das Bodendenkmal ,Wall‘ mit geschützt.“ Ähnlich verhält es sich auch mit den Hügelgräbern bei Desingerode, die per Definition zwar keine Naturschöpfung, aber von kulturhistorischer Bedeutung sind. Auf diese Weise würde die Liste der Naturdenkmale von derzeit rund 200 auf voraussichtlich 67 schrumpfen.

Bei der geplanten Neufassung stehen aber nicht nur Streichungen an, auch Neuaufnahmen sind vorgesehen, größtenteils besonders schöne, landschaftsprägende oder alte Bäume. Darunter fallen im Eichsfeld die Hergottslinde bei Bernshausen, die Kirchlinde in Seulingen oder eine Esche auf Gut Herbigshagen.

Die umfangreiche Vorschlagsliste der Kreisverwaltung wurde im Fachausschuss bereits gebilligt. Sie befinde sich zur Beratung in den Gemeinden, erklärt die zuständige Dezernentin des Landkreises, Christel Wemheuer. Lägen deren Stellungnahmen vor, solle in einer abschließenden Zusammenfassung die endgültige Liste geschrieben werden.

Von Sebastian Rübbert

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