Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Schutzengel sollen Alkoholsünder stoppen

Präventionsprojekt Schutzengel sollen Alkoholsünder stoppen

Prävention wird im Duderstädter Polizeikommissariat groß geschrieben. Nach Alkohol-Testkäufen, Bus-Scouts und weiteren Aktionen schalten die Beamten jetzt noch einen Gang höher, um die Straßen im Eichsfeld sicherer zu machen und junge Leute davon abzuhalten, sich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ans Steuer zu setzen: Sie beteiligen sich gemeinsam mit örtlichen Partnern an dem Projekt „Ich bin dein Schutzengel“ des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC).

Voriger Artikel
Dokumentation zum „Sanierungsfall Rathaus“
Nächster Artikel
Ernten, pressen und flechten auf dem Gut

Lokales Netzwerk: ADAC, Polizei und Unterstützer setzen auf Vorsorge durch Schutzengel.

Quelle: Pförtner

Gesucht werden Jugendliche und junge Erwachsene, die motorisierten Begleitern ins Gewissen reden sollen, wenn sie bei einem Disco- oder Partybesuch zu tief ins Glas geschaut haben. Als Schutzengel schweben den Initiatoren vor allem junge Frauen vor, denen in aller Regel nach wie vor die Rolle des Bremsers junger Discoracer zufällt. „Wir denken aber auch an ältere Fahrer, bei denen die Schutzengel nach Einweisung aktiv werden sollen“, sagte Duderstadts Polizeichef Otto Moneke gestern bei der Vorstellung des Projektes.
Die Schulungsrolle fällt Dierk Falkenhagen zu, der als Präventions-Sachbearbeiter für die Polizei schon seit Jahren – auch mit Schock-Videos – Aufklärung an den Schulen im Eichsfeld betreibt. Anfang November startet er in der Duderstädter Berufsschule eine neue Runde durch die Schulen, um Schutzengel zu rekrutieren. Interessenten können sich auch im Internet registrieren lassen, erhalten dann einen Schutzengel-Ausweis.

„Es gilt als uncool und ist schwer, sich in einer Gruppe durchzusetzen“, räumt Falkenhagen ein, der auch mit Rollenspielen kritische Situationen simuliert. Zivilcourage gehöre schon dazu. „Auf Betroffene einzureden, hilft oft schon weiter“, sagt Falkenhagen. Das Einschreiten könne so weit gehen, dass Autoschlüssel einkassiert, notfalls auch die Polizei eingeschaltet werde. Vor gemeinsamen Unternehmungen sollten Fahrgemeinschaften gebildet, bei potenziellen Rasern erst gar nicht zugestiegen werden.

Initiiert wurde das Schutzengel-Projekt bereits in den 90er-Jahren in Dänemark von einer Mutter, die ihren Sohn bei einem Verkehrsunfall verloren hat. Eine Vorreiterrolle in Deutschland übernahm 2004 der Landkreis Soltau-Fallingbostel. Weitere Regionen folgten – so auch Northeim-Einbeck. Im Duderstädter Schutzengel-Flyer wird darauf verwiesen, dass 2009 in Niedersachsen 111 junge Leute im Alter von 18 bis 25 Jahren im Straßenverkehr ums Leben kamen. Der letzte „klassische“ Disco-Unfall im Bereich des Duderstädter Kommissariates, bei dem ein 20-jähriger Beifahrer starb, ereignete sich am 24. Januar 2009 am Södderich. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist von Januar bis August 2010 die Zahl der Blutentnahmen, Tempo- und Überholverstöße deutlich gestiegen.

„Das Problembewusstsein soll geschärft, junge Menschen sensibilisiert werden“, sagt Treffpunkt-Stadtmarketing-Vorsitzender Hubertus Werner. Weitere Unterstützer sind Otto Bock, die Fahrschule Post, die Volksbank und das Autohaus Skoda-Goldmann. Flankiert wird das Schutzengel-Projekt von einem Kinospot, der ab heute in der Duderstädter Filmfabrik läuft.

Von Kuno Mahnkopf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Duderstadt
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter