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Seeburger Senioren informieren sich über Neue Rechte

Vortrag von Wolfgang Schöngraf Seeburger Senioren informieren sich über Neue Rechte

Über die Aufgaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes und Formen des Extremismus hat am Dienstagnachmittag Wolfgang Schöngraf während der Mitgliederversammlung der Regionalen Senioren Union Ost referiert. Unter anderem erfuhren die Christdemokraten, dass Rechtsradikale heute nicht mehr unbedingt an ihrem äußerlichen Erscheinungsbild zu erkennen seien.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Seeburg. „Wir stellen uns Stiefel, schwarze Klamotten und einen kahlen Kopf vor“, beschrieb Schöngraf das Klischee des Rechten wie es in vielen Köpfen noch vorherrsche. Käme es zu einer Demonstration mit Gegendemo erweitere sich das Bild um das Klischee der Linken, die „rundherum Autos anzünden.“ Beides gebe es tatsächlich, den Neonazi mit dem beschriebenen Aussehen und auch den Linken, der die Autos anstecke. Doch es gebe zunehmend Vertreter extremer Gruppierungen, die sich diesen Klischees nicht unterwürfen.

Seien beispielsweise früher Rechtsextremisten mit offensiven Hassparolen auf die Straße gegangen, würden jetzt Meinungen verbreitet, denen zunächst einmal eine breite Masse zustimmen könne. Die Aggressivität, die menschenverachtende Fremdenfeindlichkeit, der Antisemitismus, Nationalismus, Kollektivismus und Militarismus, der rechtes Gedankengut unter anderem ausmache, werde in Aussagen versteckt, die zunächst „jeder von uns unterschreiben könne“. Die rechte Konnotation, der häufig geäußerte Geschichtsrevisionismus und Biologismus würden erst auf den zweiten Blick sichtbar. So arbeite beispielsweise auch die Pegida-Bewegung, in deren Reihen sich ebenso Rechte tummelten wie diejenigen, die „auf die Parolen hineingefallen sind“.

Mit „niedlichen“ Identifikationsfiguren wie dem „Abschiebär“, der mittlerweile verboten ist, richteten sich die Rechten an junge Familien: „Von diesem netten Bären nimmt man doch einen Flyer.“ Um Jugendliche zu ködern werde beispielsweise auf Musik gesetzt, Hardrock für diejenigen, die es in der Pubertät etwas aggressiver mögen, Balladenabende für die, die auf Geheimnisvolles ständen. Beides richte sich auf das gleiche Ziel: Neue Mitglieder für rechte Bewegungen zu gewinnen. „Die Aufgabe des Verfassungsschutzes ist es nun, Informationen zu sammeln, wenn es nach Rechtsextremismus aussieht“, erklärte Schöngraf.

Er ging auch auf linke Gruppierungen ein, deren Organisationsstruktur und Ausrichtung eine andere sei und sie deshalb nicht so stark im Fokus des Verfassungsschutzes ständen wie die rechten. Zudem erwähnte er Scientology, auf die der Verfassungsschutz ein Auge habe. Und er erwähnte Islamistische Gruppierungen. „Hier muss klar unterschieden werden: Die Religion ist friedlich. Nur einige Extremisten verbreiten Terror“, sagte er.

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©Richter