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Sehr genau hinschauen

Fachjournalist Felix M. Steiner zum Thema Anti-Asylproteste Sehr genau hinschauen

In einer Veranstaltung der Partnerschaft für Demokratie referiert der Fachjournalist Felix M. Steiner am Montag, 14. Dezember, ab 19 Uhr im Duderstädter Haus St. Georg über „Anti-Asylproteste und die Strategie der extremen Rechten“.

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Der Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen ruft zu einem freiheitlichen Bürgertreff in Duderstadt auf. Die Teilnehmer an Anti-Asylprotesten sehen sich nach eigenen Äußerungen häufig nicht als „politisch rechts“, sondern als „besorgte Bürger, die ihre Meinung äußern wollen“.

Quelle: Schauenberg

Der Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen ruft zu einem freiheitlichen Bürgertreff in Duderstadt auf. Die Teilnehmer an Anti-Asylprotesten sehen sich nach eigenen Äußerungen häufig nicht als „politisch rechts“, sondern als „besorgte Bürger, die ihre Meinung äußern wollen“. Wie ist Ihre Erfahrung mit solchen Äußerungen?

Steiner: Wir erleben seit der beginnenden Debatte um Geflüchtete zahlreiche Protestformen und -gruppen in Deutschland. Ein Teil stammt aus der organisierten extremen Rechten und versucht sich als „Bürgerinitiativen“ oder Ähnliches zu konstruieren, um so den Ballast des Rechtsextremismus loszuwerden und Anschluss an die „Mitte der Gesellschaft“ zu erhalten. Aber auch aus der sogenannten Mitte heraus haben sich zahlreiche Protestgruppen gegründet. Die meisten haben gemeinsam, dass sie sich als „unpolitisch“ oder die „Stimme des Volkes“ darstellen oder als „besorgte Bürger“. Hier muss man sehr genau hinschauen: Wer ist an der Organisation beteiligt? Welche Inhalte werden geteilt? Was ist Bestandteil der Reden? usw. Rassismus ist - dies zeigt die Debatte der letzten zwei Jahre deutlich - ein weit in die Gesellschaft hinein reichendes Problem.

Wieso scheinen diffuse Ängste allmählich in der Mitte der Gesellschaft anzukommen?

Steiner: In der aktuellen Debatte kommen sicher viele Dinge zusammen. Da gibt es zunächst eine große Verunsicherung bei vielen Menschen. Hinzu kommt ein deutlich hervortretender Rassismus. Verunsichert zu sein ist ja zunächst kein Problem. Aber wenn wir uns - gerade in den sozialen Netzwerken - die Diskussionen über Geflüchtete anschauen, sind diese vor allem durch erfundene Geschichten und rassistische Äußerungen bis hin zu Gewaltaufforderungen geprägt. Vergleicht man die Reaktionen während der Bankenkrise mit der derzeitigen Flüchtlingsdebatte zeigt sich dies deutlich: Obwohl Billionen in die Banken-Rettung geflossen sind, waren die Proteste und die Verunsicherung vor einigen Jahren nicht annähernd mit den gewalttätigen Angriffen auf Flüchtlinge zu vergleichen, die wir derzeit erleben.

Interview: Rüdiger Franke und Gunnar Müller

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