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Seit 110 Jahren besteht Stahlross Obernfeld

Und immer weiter dreht sich das Rad Seit 110 Jahren besteht Stahlross Obernfeld

Radfahren hält ja bekanntlich jung. Möglicherweise erklärt sich damit, dass der Radfahrerverein Stahlross bereits 110 Jahre in den sprichwörtlichen Beinen hat und dennoch fit ist wie ein Turnschuh. „Unser Verein ist der älteste Radfahrerverein im Untereichsfeld“, ist Vorsitzender Andreas Bauer stolz.

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Schmucke Fahrer mit geschmückten Rädern: Die Gründer des Vereins Stahlross Obernfeld auf einer Aufnahme von 1905.

Quelle: EF

Obernfeld. Die 14 Sportbegeisterten, die am 9. Januar 1905 zu den Gründungsmitglieder des RV gehörten, hatten sich auf die Fahnen geschrieben, das Radfahren zu verbreiten, Wanderfahrten zu machen und zur Geselligkeit beizutragen – auf die Fahnen geschrieben im wahrsten Sinne, denn zwei Jahre nach der Gründung wurde erstmals das Banner in den Vereinsfarben gehisst: „Treue alle Zeit – dem Sport geweiht“ lauteten die Worte darauf.

Zu diesem Zeitpunkt gehörten 40 Mitglieder dem Verein an, und sie zeigten Darbietungen im Saal- und Kunstfahren, im Zweier- und Sechserreigenfahren. Zudem unternahmen sie Wanderfahrten durch die Umgebung. Bis der Krieg kam und das Vereinsleben jäh unterbrach. Von 1919 an waren die Stahlrösser wieder aktiv und feierten 1930 gemeinsam mit allen Brudervereinen im Untereichsfeld, allen Obernfelder Vereinen und vielen Freunden das 25-jährige Bestehen. Doch kurze Zeit später kam das Vereinsleben erneut zum Erliegen: Der Zweite Weltkrieg forderte fast alle Aktiven.

In den Nachkriegsjahren erholte sich der Verein langsam. Jugendliche schlossen sich ihm an, erste  Knaben- und Jugendriegen wurden gegründet. Sie fanden Spaß unter anderem an den Straßenrennen, die der Verein organisierte. 1976 wurde eine Reigenfahr-Abteilung gegründet, 1982 folgte die Radballsparte – und damit der Sport, für den – neben dem Radpolo – Stahlross Obernfeld heute bekannt ist.

„Wir sehen einfach nach vorn und versuchen unser Bestes, zu motivieren“

„Im Eichsfeld jedenfalls“, schränkt Bauer ein. Denn in den überregionalen Medien spiele Radsport beinahe keine Rolle. Er bedauere das sehr und führe unter anderem auf das mangelnde Interesse der überregionalen Medien zurück, dass selbst bei hochkarätigen Wettkämpfen die Zuschauerzahlen selten wirklich hoch seien: 6000 beispielsweise bei Weltmeisterschaften. „Das kommt vor.“

Auch an den Mitgliederzahlen spüre der Verein, dass sich die Interessenlage verschoben habe. Trotz der internationalen Erfolge, der kulturellen Aktivitäten im Ort von Tanzvergnügen über Beiträge bei Büttenabenden bis hin zur Beteiligung am Weihnachtsmarkt: So groß wie ihn sich der Vorstand wünschen würde, ist der Zuspruch unter Kindern und Jugendlichen heute nicht mehr.

Daher bieten die Stahlrösser heute Schnuppertrainings an und stellen die Maschinen für die Sportler aus der Vereinskasse. „Wir sehen einfach nach vorn und versuchen unser Bestes, zu motivieren“, sagt Bauer. Radfahren hält eben jung. 

Mit einem Kommers feiern Mitglieder und Freunde des Vereins am Freitag, 9. Januar, um 19.30 Uhr im Obernfelder Museumskrug den 110. Vereinsgeburtstag. Zuvor wird um 18 Uhr in der Kirche eine Andacht gefeiert, der eine Kranzniederlegung folgt.

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