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Seit 35 Jahren bei Caritas-Sozialstation in Duderstadt

Lydia Ballhausen Seit 35 Jahren bei Caritas-Sozialstation in Duderstadt

Als sie ins Eichsfeld kam, kannte sie außer ihrem Ehemann fast niemanden. Nach 35 Jahren Dienst bei der Duderstädter Sozialstation der Caritas kann die ausgebildete Krankenschwester Lydia Ballhausen (59) zu fast jedem Gebäude eine Geschichte erzählen.

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Seit 35 Jahren bei der Caritas-Sozialstation in Duderstadt aktiv: Lydia Ballhausen

Quelle: NR

Duderstadt. „Du bist angekommen, wenn Dir die Eichsfelder das geschwisterliche Du anbieten“, meinten die Vinzentinerinnen zu Ballhausen, als die gebürtige Rheinländerin nach Duderstadt kam. Der Rückgang bei den Ordensschwestern, die damals noch in vielen Gemeinden aktiv waren, führte in den 70er-Jahren zum Aufbau der Sozialstationen. Für diese Arbeit hatte sich Ballhausen nach ihrer Ausbildung entschieden. Eine Begegnung mit Mutter Teresa beim Katholikentag in Freiburg hatte sie in ihrem Idealismus bestärkt.

 

Schwierig waren damals die Zustände in der häuslichen Pflege, erinnert sie sich. Hilfsmittel zur Versorgung inkontinenter Patienten gab es kaum. Die Mehrweg-Spritzen für Insulin mussten sterilisiert werden. Schmerzpflaster waren unbekannt. Alle vier Stunden versorgte Ballhausen Krebspatienten mit Morphin. Oft war sie nachts unterwegs. Patienten waren durchgelegen.

 

„In den ersten zehn Jahren ging es vor allem darum, Fachwissen in die Haushalte zu bringen“, berichtet Ballhausen. In zahllosen Veranstaltungen in den Dörfern schulte sie mit anderen pflegende Angehörige. In den 90er-Jahren engagierte sich die Caritas-Mitarbeiterin im Aufbau einer Palliativversorgung für Sterbende. Schwester Lydia gehört zu den Mitgründern des Hospizvereins Eichsfeld.

 

Seit der Jahrtausendwende geht es vor allem um Demenz. „Ich habe mich zur Ehtikberaterin im Gesundheitswesen fortgebildet“, berichtet die Krankenschwestern. In Vorträgen informiert sie über Patientenverfügungen. Wie lässt sich sicherstellen, dass am Lebensende das Leid nicht unnötig herausgezögert wird, andererseits die Ärzte die Maschinen aber auch nicht zu früh abschalten?

 

„Als ich ins Eichsfeld kam, waren bei der Caritas im Altkreis Duderstadt 20 Mitarbeiter tätig“, erinnert sie sich. Heute sind es 170 Beschäftigte, die täglich 600 Patienten versorgen. Teamleiterin Ballhausen versucht bei jungen Menschen Begeisterung für den „schönen, aber anstrengenden Beruf“ zu wecken. „Die Familie muss mitziehen“, sagt die Krankenschwester. Zwei Kinder hat sie mit ihrem Mann groß gezogen. Und viele Eichsfelder duzen sie heute.

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