Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
„Seit Mendel sind wir in der Gentechnik“

Landwirtschaft „Seit Mendel sind wir in der Gentechnik“

Für oder gegen Gentechnik in der Landwirtschaft? Für Kreislandwirt Hubert Kellner ist die Frage so nicht zu beantworten, aus zwei Gründen: Zum einen sei es für eine Antwort zu früh, die Diskussion noch nicht beendet. Zum anderen gebe es kein absolutes Ja oder Nein. Vielmehr gehe es darum, die Grenze zu finden, die nicht überschritten werden dürfe.

Voriger Artikel
Kinder können Freibadsaison kaum abwarten
Nächster Artikel
Entenrennen vor der renovierten Geschäftsstelle

Patent auf Schweine? Züchter wie Christian Wollborn fürchten, für Tiere mit bestimmten Genen Gebühren zahlen zu müssen.

Quelle: Blank

„Als Kreislandwirt in Südniedersachsen sage ich: Wir brauchen Gentechnik nicht.“ So reagiert Hubert Kellner auf die Debatte, die nach dem Verbot der gentechnisch veränderten Maissorte Mon 810 durch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aig-ner (CSU) ausgebrochen ist. Das Nein Kellners gilt jedoch nicht der Gentechnik generell. Vielmehr sind die Landwirte der Region nicht darauf angewiesen, schädlingsresistenten Genmais anzubauen. Kellner fügt jedoch hinzu, die gentechnische Forschung müsse weiter gehen. Denn: „Wenn der Zünsler kommt, müssen wir Zugriff auf resistente Sorten haben“, sagt er mit Blick auf den Schädling.

Kellner plädiert dafür, die emotionale Debatte über Gentechnik in der Landwirtschaft sachlich zu führen. Sie sei kein neues Phänomen. „Seit Gregor Mendel sind wir in der Gentechnik“, sagt er mit Verweis auf den Naturforscher des 19. Jahrhunderts und seine Erkenntnisse in der Vererbungslehre. Bislang seien genetische Veränderungen durch Zucht erreicht worden. Mit Mitteln der modernen Wissenschaft sei das nun schneller möglich.

Allerdings gebe es eine Grenze, die Gentechnik nicht überschreiten dürfe: Wenn beispielsweise durch Mon 810 nicht nur der Zünsler, sondern auch andere Insekten geschädigt würden, sei das Verbot richtig. Darüber gebe es aber noch keine abschließenden Erkenntnisse. Deshalb gilt in Sachen Gentechnik für Kellner: „Wir sind mitten in der Findungsphase.“

Klare Ablehnung hingegen macht er gegenüber Patenten auf gentechnische Veränderungen deutlich. Er unterstützt die Proteste gegen das so genannte Schweinepatent, befürchtet hohe Kosten für die Landwirte, wenn Konzerne über Patente auf genetische Entdeckungen Gebühren auf Züchtungen geltend machen können.

                                                                                                                  Von Ulrich Lottmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Duderstadt
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter