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Seminar zum Thema „Frauen und Konflikte im Alltag“ in Duderstadt

Was Hägar sagt und Helga versteht Seminar zum Thema „Frauen und Konflikte im Alltag“ in Duderstadt

Mit einem Seminar zum Thema „Frauen und Konflikte im Alltag“ hat Pädagogin Sigrid Nolte am Mittwochabend eine dreiteilige Veranstaltungsreihe des Zentrums für Kirchenentwicklung eröffnet. Während der Themenabende stehen Frauen in der Gesellschaft im Mittelpunkt, zum Auftakt beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit der Konfliktbewältigung. Ursprünglich war ein Vortrag der Psychologin Annette Karr-Schnieders geplant gewesen, der aufgrund einer Erkrankung der Referentin entfiel.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Konflikte begegneten ihnen im familiären Umfeld, in der Freizeit und im beruflichen Umfeld, berichteten die Frauen: Schwierigkeiten im Umgang mit dem erwachsenen Sohn, Probleme im Umgang mit Kritik an der eigenen Person oder Meinungsverschiedenheiten im Verein – Beispiele gebe es viele. „Ich möchte wissen, wie wir Konflikte lösen können, ohne uns die Köpfe einzuschlagen“, brachte es eine Teilnehmerin auf den Punkt.

Zunächst versuchten sich die Frauen als Differenzdetektive, begaben sich paarweise auf die Suche nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in Meinungen, Erfahrungen und Lebensumständen. „Sie müssen ins Gespräch kommen, differenzieren und vergleichen“, erklärte Nolte, der es gelang, bereits mit der ersten Übung das Eis zu brechen.

„Das Bier ist alle“ – „Blödmann“
Die Stimmung löste sich endgültig, als Nolte einen Comic präsentierte. Hägar der Schreckliche steckt den Kopf durch die Tür und sagt: „Helga, das Bier ist alle!“ Helga antwortet: „Blödmann!“ Das Beispiel zeige, so Nolte, dass die verschiedenen Ebenen von Kommunikation eine Konfliktquelle sein könnten, denn jeder Satz enthalte mehrere Botschaften, einen Sachinhalt, eine Beziehung, einen Appell und eine Selbstoffenbarung: „Hägar ist gern der Chef im Ring und trinkt gern Bier“, sei eine davon.

„Ein Weg des Herangehens an einen Konflikt kann der Stil sein, mit dem in die Diskussion gegangen wird.“ Der Lässige überlasse der Gruppe das Spielfeld voll und ganz und laufe Gefahr, im Chaos zu versinken. Der Autoritäre monologisiere die übrigen Gruppenmitglieder zugrunde. „Bei Ehepartnern muss der andere sehr zurückstecken.“ Partnerschaftliches, demokratisches Vorgehen setze auf Dialog, das Hinterfragen der Bedürfnisse und Meinungen des Gegenübers. „Sammeln Sie die Wünsche, stimmen Sie ab und erstellen Sie Prioritätenlisten.“

Jeder Mensch fülle in seinem Leben mehrere Rollen aus, an jeden würden  Erwartungen der jeweiligen Bezugsgruppe gerichtet, „und überall kommt es zu Konflikten.“ Nolte empfiehlt, den Ist-Zustand zu benennen, um die Rolle zu definieren und jederzeit im Dialog zu bleiben. „Meinungen können ruhig nebeneinander stehen, sie sollten aber benannt werden.“ Schwierig sei es, wenn es Machtgefälle gebe wie zwischen Chef und Angestelltem.

Anhand von „Beziehungskisten“, die die Teilnehmerinnen mit Zetteln füllten, auf denen ihre Wünsche notiert waren, wurden konkrete Beispiele thematisiert. Gegenseitig gaben sich die Frauen Tipps, lachten über die Gemeinsamkeiten ihrer Probleme und machten ihren Gefühlen einfach mal Luft. Auch im Kurs zeigte sich: Der Dialog ist es, der Probleme lösen kann.  

Die nächste Veranstaltung steht unter dem Titel „Zu jedem starken Mann gehört eine starke Frau –  Stammmütter der Bibel als Impulsgeberinnen für heute“. Die Leitung liegt bei Christian Schramm. Beginn ist am Donnerstag, 28. Mai, um 19 Uhr im Haus St. Georg.

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