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Sichere Orte und ein Konzept für starke Kinder

Kelly-Inseln Sichere Orte und ein Konzept für starke Kinder

Was vor fünf Jahren mit einer Handvoll Duderstädter Geschäften und Einrichtungen begann, ist mittlerweile einer von fünf wichtigen Bausteinen im Konzept zur Verhinderung von sexuell motivierter Gewalt gegen Kinder: Die Kelly-Inseln, von denen es derzeit 32 im Stadtgebiet gibt.

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Sicherer Ort und Anlaufstelle für Kinder in Not: In Duderstadt gibt es fünf Jahre nach dem Start bereits 32 Kelly-Inseln.

Quelle: OT

Mit „Ich sage Halt!“ hat das Polizeikommissariat Duderstadt ein Projekt der Polizeidirektion Esslingen und des Polizeireviers Filderstadt übernommen, das – nach Abstimmung der Schulleitung – in der zweiten Klassenstufe angeboten wird. In Duderstadt startet das Projekt in dieser Woche sowohl im Grundschulzentrum in der Kanonikus-Wolf-Straße als auch in der Pestalozzi-Schule mit Elternabenden und Unterricht in den Klassen.

„Kriminalwissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein liebes, angepasstes Kind eher Opfer einer Sexualstraftat wird, als ein selbstbewusstes, aufgeklärtes“, erläutert Karl-Robert Müller, der als Kontaktbereichsbeamter der Polizei Duderstadt das Projekt „Ich sage Halt“ vor Ort mit Eltern und Kindern umsetzt. Dabei, so Müller, sei es wichtig, dass auch über Sexualität gesprochen werde. „Wir müssen die Kinder so stark machen, dass sie sich gegen unerwünschten Körperkontakt wehren können. Das bedeutet aber, dass sie das auch im familiären Umfeld umsetzen dürfen, beispielsweise bei ungeliebten Küsschen durch Verwandte“, lässt der Beamte keine Ausnahme zu.

Nicht nur Kinder „arbeiten“ im Rahmen des Projekts, für das ein spezielles Mal- und Aufgabenheft konzipiert wurde. Auch die Eltern bekommen Hausaufgaben. „Sie sollten mit ihrem Nachwuchs die Kelly-Inseln, die auf dem Weg zur Schule, zum Sport oder zum Freund liegen, abgehen, damit die Kinder keine Hemmungen haben, dort im Notfall auch wirklich um Hilfe zu bitten – sei es bei einem noch so kleinen Problem“, animiert Müller Mütter und Väter, bei den Kindern Vertrauen aufzubauen. „Sie müssen wissen: Da bekomme ich Hilfe.“ In diesem Zusammenhang betont Müller, dass „Kelly-Inseln“ jährlich auf Zuverlässigkeit überprüft würden: „Ich habe auch schon Bewerber abgelehnt.“

Gewaltprävention: Fünf Bausteine

Eltern, Lehrer, Polizei und viele Bürger müssen nach Ansicht von Karl-Robert Müller von der Polizei in Duderstadt in das Präventionsprojekt „Ich sage Halt!“ einbezogen sein. Diese Konzeption basiert auf mehreren Säulen. Die einzelnen Bausteine sind:

Elternarbeit: Das Projektheft beinhaltet für die Eltern Informationen und Hausaufgaben. An einem von der Polizei moderierten Informationsabend wird das Projekt vorgestellt, wesentlich ist hierbei die Vor- und Nachbereitung der Themen im Arbeitsheft, die im Unterricht behandelt werden.

Themenunterricht: Der Unterricht findet zeitnah nach den Elternabenden statt. Die Lehrer behandeln unter anderem Themen wie „Das bin ich“, meine Familie, meine Vertrauenspersonen, mein Schulweg, Nein-sagen, Notfallplan und Hilfe holen.
Polizei in der Klasse: Die Polizei als Freund und Helfer stellt sich vor, informiert über Gefahren und Verhalten bei Ansprechen durch Erwachsene. Jedes Kind erhält eine Polizei-Anhaltekelle als Schlüsselanhänger, damit es sich immer an das Gelernte erinnert.

Sportunterricht: Selbstbehauptung und faires Kämpfen werden mit Übungen aus der Erlebnispädagogik trainiert.

Kelly-Inseln: Mit diesem Logo ausgezeichnete Einrichtungen sind sichere Anlaufstellen für Kinder in Not.

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©Richter