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Sicherheitsbedienstete der Bahn trainieren bei Bundespolizei Duderstadt

Randale und Reanimation Sicherheitsbedienstete der Bahn trainieren bei Bundespolizei Duderstadt

Dass Hooligans in ganz Deutschland eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen, hat sich spätestens nach den Ausschreitungen in Köln gezeigt.

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Im Training: Pattrick Dietz (links) und Kollegin Christina Boos setzen sich mit Untersützung der Bundespolizei mit Hooligans auseinander.

Quelle: Richter

Duderstadt. Regelmäßige Bahnreisende wissen sowieso um die Gefahr, die von gewaltbereiten Fußballfans ausgeht – und sind dankbar, wenn Situationen im Zug deeskaliert werden, bevor es zu spät ist. Das und andere Sicherheitsmaßnahmen haben 11 Auszubildende der DB Sicherheit zwei Tage lang bei der Bundespolizei Duderstadt trainiert.

Kristina Boos und Pattrick Dietz bleiben ruhig, als die Fußballfans im Zug anfangen, rumzupöbeln. Das müssen sie auch, denn während der Fortbildung, die auch von Duderstädter Polizeitrainern unterstützt wurde, lernen sie, wie man schwierige Situationen in engen Zügen meistert. Den Abschluss bildeten Fallbeispiele, die im von der Bahn gestifteten Eisenbahnwaggon auf dem Gelände der Bundespolizei simuliert wurden.

Agieren auf engstem Raum

Die Schulung fand im Rahmen der Ordnungspartnerschaft zwischen Bahn und Polizei statt. „Bevor im Waggon typische Einsatzsituationen gestellt wurden, haben die Auszubildenden Grundlagen der Eigensicherheit von Trainern der Bundespolizei vermittelt bekommen“, beschreibt Oliver Graf, Meister für Schutz und Sicherheit (IHK) bei der Bahn.

Die wohl größte Herausforderung für Mitarbeiter der DB Sicherheit, die eine dreijährige Ausbildung durchlaufen, besteht vielleicht in ihrem besonderen Arbeitsplatz: In Zügen sind sie komplett auf sich allein gestellt, müssen auf engem Raum besonnen agieren und gleichzeitig wissen, wann sie auf die Hilfe der Polizei angewiesen sind. So eine Situation ist beispielsweise gekommen, als sich einer der randalierenden Fußballfans, die von Polizeianwärtern gespielt wurden, weigerte, seinen Ausweis vorzuzeigen.

„Letztendlich haben wir die Situation gelöst“

Boos, die sich wie Dietz im dritten Ausbildungsjahr befindet, ließ sich ihre Unsicherheit auch dann nicht anmerken. „Ich habe mich teils schon überfordert gefühlt. Es war eine völlige Überraschung, dass uns die Fans in der Übungssituation irgendwann auch angefasst haben.“, gibt sie zu. „Letztendlich haben wir die Situation aber gelöst“, sagt Dietz. Auch Graf sieht das so: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf der Übung“, lobt er.

In einem anderen Fallbeispiel müssen Yasin Karakis und Kai Bunkus schnell handeln: Ein Fahrgast hat einen Kreislaufstillstand erlitten. Während sie eigentlich mit der Reanimation beschäftigt sind, muss Karakis einen Fahrgast darauf hinweisen, dass das Filmen der Situation verboten ist. Aber warum eigentlich?

„Nicht, weil es die Bahn verbietet, sondern weil die Persönlichkeitsrechte des Fahrgasts nicht verletzt werden dürfen“, klärt Graf seine Azubis nach der erfolgreich absolvierten Übung auf. Er hofft, auch in Zukunft mit der Duderstädter Bundespolizei zusammenarbeiten zu können.

Von Jonas Rohde

Sicherheitsbedienstete der Bahn trainieren bei Bundespolizei Duderstadt. © Richter

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