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"Slow Food" aus dem Holzofen

Sielmann-Stiftung "Slow Food" aus dem Holzofen

 Blechkuchen aus regionalen Zutaten, gebacken im Holzofen, haben die Teilnehmer eines Kurses der Heinz-Sielmann-Stiftung im ökologischen Lehrgarten der Pestalozzischule hergestellt. Sie beschäftigten sich am Tag der Stiftungen mit dem Konzept "Slow Food".

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Fertig für den Ofen: Der hausgemachte Schmandkuchen

Quelle: NR

Duderstadt. Während draußen ungemütliche Temperaturen herrschen, der Regen unaufhörlich vor sich hintröpfelt und dunkle Wolken alles Grau in Grau scheinen lassen, herrscht im Inneren des kleinen Häuschens im Lehrgarten der Pestalozzischule wohlige Wärme. Und dieser Duft! Eduard Nolte öffnet den Holzofen, und der warme, süße Geruch von Schmandkuchen ergießt sich bis in jede Ecke. Ein Atemzug genügt, und es fühlt sich an, als sei eine längst vergangene Zeit angebrochen. Auch Nancy Warstat und Nadine Weinrich saugen den wohligen Duft an.

Teig aus der Molle

Mit umgebundenen Schürzen stehen sie an dem großen Holztisch, der den Raum bestimmt, als Nolte Teig aus einer Molle nimmt und ihn auf einer alten, mechanischen Waage abmisst. Eineinhalb Pfund Hefeteig sind es, die zu einem Blech Schmandkuchen verarbeitet werden sollen. Für den Zuckerkuchen mit Butter und Mandeln, den der Bäcker an diesem Tag ebenfalls in den Holzofen schiebt, wäre die Menge noch größer, erklärt er. Das Geheimnis sei die Zeit, sagt der Mann mit dem ungewöhnlichen Schnurrbart. Die Hefe brauche sie, "Schnell, schnell funktioniert das nicht." Zeit und Liebe seien die wichtigsten Zutaten für die Blechkuchen, die er an diesem Tag backe - Schmandkuchen, Zwiebelkuchen und Zuckerkuchen. Den Rest finde er bei Anbietern in der Region.

Nolte unterrichtet an diesem Sonnabend, dem Tag der Sielmann-Stiftungen, in "Slow Food". Der moderne Begriff steht dabei für eine ganz alte Tugend: Sich Zeit lassen. Die Idee nahmen Warstat und Weinrich gern auf, berichten die Schwestern. Einmal "einfach ohne die Männer" etwas zu unternehmen hätten sie sich vorgenommen. Die besseren Hälften seien damit mehr als einverstanden gewesen: "Guck Dir das genau an, dann kannst Du das wieder machen", habe ihr Mann kommentiert, berichtet die Kirchworbiserin Weinrich.

Hefeteig, Pudding, Rosinen und Schmand

Da beide ohnehin gern backten, hätten sich die Frauen für den Kurs angemeldet. Dass dabei Schmandkuchen hergestellt werden sollte, eine der ältesten Eichsfelder Spezialitäten, habe sie besonders gereizt: "Ich esse ihn gern. Bisher habe ich mich aber noch nicht getraut, ihn selbst zu backen", sagt Warstat. Dabei sei es das gar nicht so schwierig: Hefeteig, Pudding, Rosinen und Schmand - das ist alles. Da die Schwestern es fruchtig mögen, bekommen sie für ihre Mitnehm-Pakete noch Apfelstückchen dazu.

"Das Obst muss unter der Masse verschwinden, damit es nicht anbrennt", erklärt Nolte, als Warstat die Apfelstückchen verteilt. Dabei lässt sie sich - wie bei allen Arbeitsschritten - Zeit. "Ist doch schön, auch mal Gelegenheit zum Klönen zu haben", bestätigt sie Nolte darin. Das gelte nicht nur für das Backen, sondern auch für den Verzehr. Ganz in Ruhe und ohne Stress solle der Kuchen verspeist werden, erklärt Christoph Neumann, Pressesprecher der Heinz-Sielmann-Stiftung. "Das ist das Konzept von Slow Food."

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