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Sielmann-Stiftung eröffnet Dauerausstellung in Duderstadt

Artenvielfalt zum Ausprobieren Sielmann-Stiftung eröffnet Dauerausstellung in Duderstadt

Wo früher Hochzeiten, Geburtstage und Preisverleihungen gefeiert wurden, hat nach Umbauarbeiten eine interaktive Ausstellung Platz gefunden. In der Hofscheune des Natur-Erlebniszentrums Gut Herbigshagen eröffnet die Heinz-Sielmann-Stiftung am Montag um 17 Uhr die Dauerausstellung „Es lebe die Vielfalt“.

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Einer tanzt aus der Reihe: Wand mit Gummistiefeln soll Vielfalt demonstrieren.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt. Tierpräparate wie im Natur-Informationszentrum am Seeburger See gibt es in der Remise des ehemaligen Stadtgutes nicht zu sehen, stattdessen wie im Duderstädter Schützenmuseum Hörschmuscheln, Installationen, Monitore und Touchscreens. „Die Umsetzung des Konzepts hat sich länger als geplant hingezogen“, begründet Projektleiter Holger Belz die mehrfach verschobene Eröffnung der Ausstellung, in der es um Artenvielfalt und das Naturschutzprojekt Grünes Band an der ehemaligen innerdeutschen Grenze geht. Dabei stehe nicht die Vermittlung von Wissen im Vordergrund, sondern das Gefühl für die Natur und das Erleben von Phänomen, sagt Belz und nennt als Hauptzielgruppe Familien mit Kindern.

 
Konzipiert wurden Remisen-umbau und Ausstellung vom Berliner Architektenbüro Stories within Architecture. Das hat seinem Namen alle Ehre gemacht – samt „explorativem Zwischenraum und narrativen Innenräumen“. Ein gedoppelter Spitzgiebel, Glaseinschnitte und geflammtes Holz bestimmen das Gesicht der Fassade, Container-Module als Erzählräume unter transparentem Holz-Tragwerk das Innenleben.

 
Bei Besuchern des Gutes schon für Rätselraten gesorgt haben dürfte das von außen einsehbare Wandregal mit mehr als 100 weißen Gummistiefeln im Eingangsbereich, das an das Thema Vielfalt heranführen soll: Ein kunterbunter Stiefel tanzt aus der Reihe. Der Sielmann-Film „Tiere im Schatten der Grenze“ läuft als weiterer Prolog in Dauerschleife auf einem Bildschirm, die sechs Themenräume sind plakativ betitelt: Facettenreich, Einfallsreich, Aktion ungleich Reaktion, Gut und Böse, Auf Achse und Heimat.  

 
In jedem Container-Modul erwartet die Besucher eine andere Überraschung. Buchstäblich können Schubladen geöffnet werden, um Schubladendenken zu hinterfragen – von der lästigen Mücke bis zum schlauen Fuchs. In einer Schaltzentrale mit Vielfaltskalkulator kann man als Naturschutzplaner in einer Computer-Simulation Vegetations- und Populationsentwicklungen steuern. „Auch hier zeigt sich, dass es keine richtigen Antworten gibt“, sagt Belz.

 

Anpassungsstrategien und Mobilität in der Natur können ebenso auf spielerische Art erkundet werden wie die kleinteiligen Lebensräume am Grünen Band vom Magerrasen bis zum Moor. Wird mal einer der mehr als 200 Biotop-Infostäbe zum Herausziehen von einem Besucher verschleppt, wird er durch einen roten Propfen ersetzt. „Auch das ist Teil des Konzepts und soll zeigen, dass Artenvielfalt verschwinden kann, wenn der Mensch falsch damit umgeht“, sagt Belz.

 

Auch Haupthaus wird umgestaltet
Die Ausstellung „Es lebe die Vielfalt“ soll ganzjährig geöffnet bleiben, das Gebäude wird im Winter allerdings nicht geheizt. In das vom Land Niedersachsen und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Remisen-Projekt hat die Heinz-Sielmann-Stiftung mehr als eine halbe Million Euro investiert, bei der bundesweiten Ausschreibung haben überwiegend Firmen aus der Region den Zuschlag erhalten. Noch einmal rund eine Million Euro will die Sielmann-Stiftung in die Umgestaltung des Haupthauses des Natur-Erlebniszentrums mit seinen Ausstellungsräumen stecken. Die Modernisierung soll 2016 in die Planungsphase gehen und bis 2017 umgesetzt werden. In diesem Jahr wäre Heinz Sielmann 100 Jahre alt  geworden.  ku
 

Schauenberg

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