Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Sorgenfresser am Himmel

1500 Besucher beim vom Unicef-Team Duderstadt ausgerichteten Drachenfest auf Gut Herbigshagen Sorgenfresser am Himmel

Als Erfolg hat Doris Glahn vom Unicef-Team Duderstadt das erste Drachenfest auf Gut Herbigshagen bezeichnet. „Wir haben rund 1500 Besucher gezählt“, so Glahn. Und es sei schön, dass nicht nur regional Kinderaugen zum Leuchten gebracht würden, sondern auch Kindern in Unicefprojekten geholfen werde.

Voriger Artikel
Hund beißt Kind
Nächster Artikel
Fest fördert Dorfgemeinschaft

Ulrich Scheller genießt die Flüge mit seinen selbstkonstruierten Drachen.

Quelle: Franke

Duderstadt. Für die Organisation auf dem Drachenfeld zeichnete Alexander Burchardt verantwortlich, der seit zwölf Jahren in der Drachenszene aktiv ist. „Wir haben hier 25 Teams aus ganz Deutschland dabei“, erzählte er. „Einige von ihnen sind regelmäßig in ganz Europa unterwegs.“ Eine Vielzahl an farbenfrohen Figuren schwebten vom Wind getragen weithin sichtbar oberhalb vom Gut, darunter ein Oktopus mit rund 40 Metern Länge und ein Drache, der es auf gut 25 Meter brachte. Optimal seien Windstärken von 1,5 bis fünf, so Burchardt. „Dann ist es aber schon schwierig, den Drachen zu bewegen.“ Die Figuren seien fest im Boden verankert, weil sie je nach Größe bis zu drei Tonnen Zugkraft aufbringen könnten. „Es ist ein Kräftemessen mit der Natur“, sagte Burchardt.

Der Reiz am Drachenfliegen liege darin, neue Figuren zu entwickeln und diese in die Luft zu bringen, erklärte Burchardt, der von Dominosteinen bis zu Geistern verschiedene Drachen fertiggestellt hat. Zuerst habe man eine Figurenidee im Kopf. Wenn man dann auf der Wiese stehe, sei sie auch noch lange nicht perfekt. „Die Drachen kann man immer weiterentwickeln. Aber eins ist sicher: Fliegt nicht, gibt‘s nicht.“ Und vor allem gebe es starke Unterstützung in der Szene. „Manchmal hat ein Anderer das aktuelle Problem schon gelöst.“

Ulrich Scheller aus Barntrup hat sich für Sorgenfresser entschieden. „Meine Tochter hatte den orange-weißen als Stofffigur. Deshalb habe ich ihn als Vorlage genommen.“ 160 Stunden habe er daran gearbeitet, allein der Reißverschluss dauere 20 bis 25 Stunden. Dazu habe er 120 Streifen in seinen Hörnern, die es gelte, zusammenzunähen. Dann bekam er einen grünen Sorgenfresser von seiner Frau zu Weihnachten. Für den Drachen benötigte er 120, der dritte in blau-gelb war nach rund 100 Stunden fertig. „Es gibt ja nichts Vernünftiges im Fernsehen“, sagt er. „Da kann ich meine Zeit mit dem Drachenbau sinnvoller gestalten.“ Und wenn sie dann am Himmel flögen, sei es einfach ein tolle Belohnung für die Arbeit.

Zahlreiche Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Festes. Das Rote Kreuz hatte seine Feldküche mitgebracht. Dazu gab es eine Lenkdrachen-Vorführung zu Musik und eine Kinderflugplatzwiese. Landrat Bernhard Reuter (SPD) zog die Gewinner der Tombola. Als Hauptpreis gab es eine Ballonfahrt mit dem Ballonteam Heinemann.

Hilfe für Kinder

Mit dem Erlös aus dem ersten Drachenfest auf Gut Herbigshagen will das Unicef-Team Duderstadt das Projekt „Letzte Chance für eine Kindheit“ unterstützen. „Viele Kinder leben seit Jahren in Flüchtlingslagern“, erklärt Teamsprecherin Doris Glahn. „Sie haben unter anderem kaum eine Chance, eine Schule zu besuchen.“ Das Unicef-Projekt will dafür sorgen, dass die Kinder Schulbildung und sauberes Trinkwasser bekommen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter