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Sparkasse fordert Gebühren für Münzgeldrollen

Duderstädter Einzelhändler verärgert Sparkasse fordert Gebühren für Münzgeldrollen

Die Sparkasse Duderstadt erhebt seit diesem Monat auch von Kunden Gebühren für die Ausgabe von Münzgeldrollen. Bei Einzelhändlern im Eichsfeld hat die Neuregelung zu Unmut geführt.

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Gebührenpflichtig: Münzgeldrollen bei der Sparkasse.

Quelle: Thiele

Duderstadt. „Viele Kunden sortieren hier ihr Kleingeld aus, und wir brauchen stets viel Münzgeld zum Herausgeben“, sagt Nicole Ott-Jung vom Tabakwarengeschäft auf der Spiegelbrücke und ist „maßlos verärgert“ über ihre Hausbank: „Man wird bestraft, weil man kleiner Einzelhändler ist.“ Bei Ein-Cent-Stücken seien die Gebühren für eine Rolle mit 50 Münzen ebenso hoch wie der Wert des Geldes. Keine Münzgeld-Gebühren würde zum Beispiel die Postbank erheben. Deren Sprecherin Iris Laduch-Reichelt bestätigt das prinzipiell.

 
Die Bereitstellung von Münzgeld über die Zentralbank habe sich kontinuierlich verteuert, zudem sei die Sparkasse laut EU-Verordnung dazu verpflichtet, Münzgeld bei Annahme und Abgabe zu prüfen, begründet Abteilungsleiter Elmar Thieme „die maßvolle Einführung von Preisen für Kunden und die Erhöhung bei den Nichtkunden“.

 
„Safebags“ für die Münzgeldannahme

 
Die Sparkasse habe in Technik und Dienstleistungen investiert, der Service sei für gewerbliche Kunden steuerlich absetzbar, die Münzgeldannahme auf kundenfreundliche „Safebags“ umgestellt, durch Ersatzbeschaffung eines SB-Automaten in Duderstadt die Versorgung auch außerhalb der Öffnungszeiten sichergestellt sowie EC-Cash-Terminals für Firmenkunden ausgeweitet worden, um den Bargeldumlauf einzudämmen. Das gleiche Ziel verfolge die Investition in die „Girogo“-Umsetzung, das Bezahlen von Kleinstbeträgen an EC-Cash-Terminals.

 
Die Volksbank Mitte erhebe für Wechseln und Ausgabe von Münzgeld nur in Ausnahmefällen bei größeren Mengen Gebühren von Kunden, sagt Cornelia Kurth-Scharf – bei Nicht-Kunden je nach Arbeitsaufwand. Auch die Volksbank biete die Möglichkeit, an einem Automaten Scheine einzuwechseln.

 
Tendenz zum bargeldlosen Zahlungsverkehr

 
Dass die Sparkasse kein gerolltes Geld mehr annehme, sei kein Problem, die Ausgabegebühren schon, sagt Hubertus Werner, Vorsitzender von Treffpunkt Stadtmarketing: „Die Aufregung bei einigen Geschäftsleuten ist groß gewesen.“ Verständnis hat Werner sowohl für den Unmut der Händler, die viel mit Kleingeld zu tun haben, als auch für die Bank. Die Prüfung auf Echtheit und die vakuumverschweißten Rollen würden nun einmal Geld kosten, die Kosten der von der Zentralbank eingekauften Dienstleistung weitergegeben. Die Neuregelung sei tendenziell ein weiterer Schritt in Richtung bargeldlosen Zahlungsverkehr. Darin ist er sich mit Thieme einig: „Die Entwicklung ist nicht aufzuhalten.“

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©Richter