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Spritlieferung für Rosenmontag abgeblasen

Noch kein E10 Spritlieferung für Rosenmontag abgeblasen

Am Rosenmontag, 7. März, sollten die Aral-Tankstellen im Eichsfeld mit dem neuen Biotreibstoff E 10 mit einem Anteil von bis zu zehn Prozent Ethanol beliefert werden. Doch die Aktion wurde kurzfristig abgeblasen – vor dem sogenannten Benzingipfel am Dienstag, 8. März.

Sowohl Udo Hillebrand in Gieboldehausen als auch Jochen Nolte und Dirk Wiebeck in Duderstadt sehen sich als Betreiber von Aral-Tankstellen vom „Hick-Hack“ (Wiebeck) um die Einführung des neuen Biokraftstoffs E10 betroffen. Nicht anders ergeht es auch den Pächtern und Mitarbeitern anderer Tankstellen im Eichsfeld, beispielsweise Dietmar Lück, der als Buchhalter für die Freie Tankstelle Domeier in Rhumspringe tätig ist, oder Geschäftsführer Michael Steinberg vom Kornhaus Duderstadt, das in der Brehmestadt, in Nesselröden und in Gieboldehausen Tankstellen betreibt. Auch an den Zapfsäulen der Star-Tankstelle in der Worbiser Straße in Duderstadt deutet noch nichts auf eine E10-Umstellung hin. Zu einem Termin könnte noch nichts gesagt werden, hieß es gestern auf Tageblatt-Anfrage, wie auch bei allen anderen Tankstellen.

Allesamt fühlen sich die Treibstoffanbieter, wie Kornhaus-Chef Steinberg es bezeichnet, „in dieser Situation ausgeliefert und gezwungen mitzumachen“. Die Einführung des neuen Sprits sei mit heißer Nadel gestrickt, erklärt Buchhalter Lück. Auch Hillebrand, Wiebeck, Nolte und Steinberg sehen sich – vor allem durch die Vorgehensweise des Gesetzgebers – im Stich gelassen. „Man kann nicht Mitte Dezember ein Gesetz verabschieden und davon ausgehen, das es sofort umgesetzt wird“, sagt Lück. Eine „schleichende Einführung“ des neuen Kraftstoffs, wie es bei der Einführung bleifreien Benzins der Fall gewesen sei, wäre sinnvoller gewesen.

Trotz Benzingipfel sehen sich die Tankstellenpächter und -betreiber einer sich verschärfenden Gemengelage zwischen Gesetzgebung, Kraftfahrzeugindustrie und verunsicherten Autofahrern ausgesetzt. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten“, sagt Hillebrand. „Bis auf weiteres bleibt alles beim Alten“, sagen Lück und Wiebeck.

Die technische Umstellung an den Tankstellen für das Tanken von E10 sei kein Problem, erläutert Kornhaus-Chef Steinberg. Nachdem vor einigen Jahren Normalbenzin abgeschafft worden sei, befände sich in diesen Tanks in aller Regel Super-Kraftstoff. Steinberg: „Wenn E10 kommt, werden diese Behälter mit dem neuen Treibstoff gefüllt –nachdem sie zuvor völlig entleert und gesäubert worden sind.“

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©Richter