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Spritztour in Duderstadt endet beinahe im Gefängnis

Bewährung aufs Spiel gesetzt Spritztour in Duderstadt endet beinahe im Gefängnis

Die Idee, ein Auto zu kaufen und damit trotz fehlenden Führerscheines im öffentlichen Straßenverkehr zu fahren, ist nie gut. Die Idee ist besonders schlecht, wenn man auf Bewährung in Freiheit ist. Das hat am Dienstag ein 19-Jähriger erfahren, der sich vor Gericht zu verantworten hatte.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Ende Juli war der junge Mann, das gestand er vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts, mit 100 Euro in der Tasche zu einem Autohändler in einem Duderstädter Ortsteil gegangen, um dort einen Nissan Micra zu kaufen. Der Autoverkäufer habe ihn nicht nach seinem Führerschein, sondern nur nach einem Personalausweis gefragt, berichtete der Angeklagte, der sichtlich geknickt vor dem Richter saß. Mit dem nicht angemeldeten roten Kleinwagen und ohne Führerschein sei er dann auf dem Verbindungsweg von Westerode nach Werxhausen gefahren, wo das Auto in der Nähe des Sportplatzes den Geist aufgab.

 
Ziemlich blöd sei er gewesen. Das gab der Angeklagte am Dienstag unumwunden zu. „Ich wollte halt Auto fahren“, begründete er sein Verhalten. In Kapuzenpulli, Jeans und Turnschuhen saß er zusammengesackt neben seinem Verteidiger und setzte immer dann einen Dackelblick auf, wenn Richter Michael Pietzek ihn ansprach.

 
Dass er in der Vergangenheit nicht immer ein Waisenknabe gewesen war, hatte dem Mann bereits eine Jugendstrafe von neun Monaten eingebracht, die auf Bewährung ausgesetzt wurde. Sein neuerliches Fehlverhalten sorgte dafür, dass er zu einem Jahr Jugendstrafe verurteilt wurde, ausgesetzt zu drei Jahren auf Bewährung.

 
Im vergangenen Jahr hatte der heute 19-Jährige gemeinsam mit einem Bekannten den Gästen einer Abiturfeier vor einem Hotel aufgelauert – ausgestattet mit einem Baseballschläger und mit Handschuhen, die mit Quarzsand gefüllt waren. Im Nachhinein war er wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden und hatte zwei Wochen in Arrest verbracht. Wäre er wieder mit einer Straftat dieser Größenordnung aufgefallen, wäre er ins Gefängnis gewandert, das machte ihm Pietzek deutlich. Zwar bleibe er noch einmal auf freiem Fuß, eine weitere Straftat könne er sich aber nicht leisten.

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©Richter