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St. Raphael künftig näher an Pestalozzischule

Duderstadt St. Raphael künftig näher an Pestalozzischule

„Ach du liebe Zeit!“, hat Martin Struck gedacht, als er anfangs den Rohbau sah. Am Dienstagabend gehörte der Förderschulrektor der Pestalozzischule zu den Einweihungsgästen. Eineinhalb Jahre nach Planungsbeginn bezog St. Raphael eine Außenstelle am Duderstädter Neutor.

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Propst Bernd Galluschke segnet die neue Einrichtung in der Neutorstraße.

Quelle: Müller

Duderstadt. „Wenn wir über Inklusion und Gleichberechtigung reden“, so der Sozialdezernent des Landkreises Göttingen, Marcel Riethig, „ist es wichtig, dass jeder Mensch ein individuelles Recht hat – auch wenn er gehandicapt ist.“ Riethig konnte sich, ebenso wie Struck, anfangs kaum vorstellen, wie dieser besondere Lernort funktionieren solle. Eine fast niedersachsenweit einmalige Kooperation zwischen der Caritas als Träger der heilpädagogischen St.-Raphael-Einrichtung und der staatlichen Pestalozzi-Förderschule rückt räumlich näher zusammen. „Sind Lern- und Lebensräume nicht Gegensätze?“, fragte Katutu Schlote von der Landesschulbehöre. „In diesen Räumen passiert lebenspraktischer Unterricht“, entgegnete Marie-Theres Waning-Ernst, Leiterin von St. Raphael. Acht Jugendliche und junge Erwachsene lernen in der Neutorstraße künftig selbstständig zu leben.

 
Durch die neue Umgehungsstraße sind die beiden St.-Raphael-Einrichtungen am Euzenberg schwerer zu erreichen. Als dann ein langjähriger Mieter in der Neutorstraße starb, entwickelte Ingeborg Wirz, Schwester des Ursulinenklosters und somit zugleich Hauseigentümerin, die Idee: „Das Haus musste ohnehin saniert werden“, und Kinder, so die pensionierte Lehrerin, näher an die Pestalozzischule heranzuholen, war insofern folgerichtig: „Es passte alles perfekt zusammen.“ Das Haus wurde entkernt, grundsaniert und neu ausgestattet.

 
Die Ursulinen, sagte auch Schulleiter Struck, sorgten so – wenn auch anders als in früheren Jahren – für die Bildung junger Menschen. Die Bereitschaft, andere anzunehmen, wie sie sind, hoffe Struck durch die stärkere Anbindung der Jugendlichen an die Innenstadt zu erreichen. „Zu Gast sein, hier leben, kochen und wohlfühlen“, wünschte Propst Galluschke den Jugendlichen der Abschlussklassen. Zwei von ihnen, Jessica Wedler und Tom Seifert, hatten sich für die Einweihung schick angezogen, um jeden einzelnen „ihrer“ Gäste in ihrem künftigen Lern- und Lebensort zu begrüßen. „Auch das ist ein Teil ihrer Ausbildung“, erklärte Waning-Ernst.

 

Von Gunnar Müler

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