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Stadtbibliothek Duderstadt wird 40

Vom Buchverleiher zur Bildungsinstitution Stadtbibliothek Duderstadt wird 40

1976 ist die Stadtbibliothek aus zwei konfessionellen Büchereien und der Kreisbibliothek entstanden. Längst hat sie sich vom bloßen Buchverleiher zu einer modernen Institution entwickelt, deren Hauptaufgabe es ist, Lesen und Bildung in vielen Lebensbereichen und allen Altersgruppen zu fördern.

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Petra Böning und Horst Bonitz

Quelle: Thiele

Duderstadt. „In den 80-ern wurden vor allem Bücher, Spiele, später auch Zeitschriften und Kassetten ausgeliehen“, sagt Bibliothekarin Petra Böning als Leiterin der Duderstädter Stadtbibliothek. In den 90-ern seien auch CDs, CD-Roms und Kinderhörbücher dazugekommen. Heute ist das Angebot auf Fort- und Weiterbildung, Beruf, Freizeitgestaltung und Unterhaltung, quasi auf alle Lebensbereiche ausgeweitet worden. „Eine Bücherei muss sofort auf Aktuelles reagieren, ob es nun der Tod von Helmut Schmidt ist oder die Flüchtlingskrise“, sagt Böning. So habe man heute vermehrt kurdische und arabische Hörbücher aufgenommen, die den Sprachunterricht unterstützen sollen. Auch mit den Schulen werde eng zusammengearbeitet, sagt Böning. „Man kann nicht warten, bis die Kinder von allein in die Bücherei kommen. Wir wollen sie neugierig machen und gleich mit ins Boot holen“, erklärt die Fachfrau.

Am 30. Juni 1976 wurden die Umbauarbeiten am rund 250 Jahre alten Bertramschen (beziehungsweise Gerodschen) Haus, Marktstraße 88, beendet, und die Duderstädter Stadtbücherei zog am 22. September in ihr erstes Domizil. Seitdem ist die Stadt Duderstadt auch Träger der Einrichtung. Bereits 1969 hatte die Fachstelle für das öffentliche Büchereiwesen in Hildesheim eine Kooperation aller bibliothekarischen Einrichtungen im Kreis Duderstadt angeregt. Dazu gehörten in der Stadt Duderstadt die katholische Borromäusbücherei, die evangelische Gemeindebücherei und ab 1970 auch die Kreisbücherei, die in der Haberstraße 30 in Duderstadt untergebracht war. Nachdem sich die Kooperationspartner im November 1970 auf die Rahmenbedingungen geeinigt hatten, begann die Suche nach geeigneten Räumen für eine gemeinsame Bücherei. Dabei wurde auch das Rathaus geprüft. „Der Schul- und Kulturausschuss veranlasste 1974 die Erstellung eines Gutachtens darüber, welche Räume für eine Bücherei genutzt werden könnten“, sagt Horst Bonitz, Kulturbeauftragter der Stadt Duderstadt. Da die obere Etage des Rathauses für ältere Menschen schlecht erreichbar gewesen sei, kam es nicht in Frage. Die Entscheidung fiel auf das Bertramsche Haus. Die Umbaumaßnahmen begannen wegen Finanzierungsschwierigkeiten jedoch erst im November 1975. Die Gesamtkosten betrugen damals 500000 Deutsche Mark. Der offizielle Name Stadtbibliothek Duderstadt wurde erst am 3. April 1979 vom Stadtrat festgelegt.

Dank einer umfangreichen Sanierung des Rathauses mit Fahrstuhl in die oberen Etagen war es im Jahr 2008 schließlich doch möglich geworden, die Bücherei ins Rathaus zu verlegen. Das Bertramsche Haus wurde verkauft. Heute stehen neben Böning auch ihre Kollegen Annette Koch, Angelika Hellmold und Uwe Pohl den Gästen mit Rat und Tat zur Seite.

„Die Mitglieder des Stadtrats sind sich darin einig, die Stadtbibliothek auf jeden Fall zu erhalten“, bestätigt Bonitz. Die Einnahmen für die Ausleihgebühren würden eins zu eins in Neuanschaffungen umgesetzt, die Personal- und Unterhaltungskosten werden von der Stadt Duderstadt getragen.

Die Duderstadt Stadtbibliothek bietet vielfältige Aktionen rund ums Buch an. Auf dem Programm stehen Besuche in Kindergärten und Schulen zu bestimmten Themen wie Märchen oder Feuerwehr. Ebenso kommen Kindergruppen und Schulklassen zu Veranstaltungen in die Bücherei. Beim Duderstädter Kultursommer werden Lesungen auf der Bühne im Stadtpark vorgetragen. Heimische und überregionale Autoren stellen in den Räumen im Rathaus ihre Werke einem interessierten Publikum vor. Die Duderstädter Stadtbibliothek ist Mitglied im Deutschen Bibliotheksverband/ Landesverband Niedersachsen. Kooperationspartner sind die Erwachsenenbildung, das Tabalugahaus, die Familienbildungsstätte, regionale Buchhändler, die VGH bei der Ferienaktion „Julius-Club“ und die Stiftung Lesen bei der Büchertaschen-Aktion für Schulanfänger. Die Stadtbücherei unterstützt Flüchtlinge und Migranten beim Sprachunterricht und initiiert ein neues Seniorenprojekt.

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